Andachten

Die Frucht des Geistes (3/9) – Friede

Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit;
(‭‭Galater‬ ‭5,22‬)

Der Friede

Bevor ich auf die Bedeutung der genannten Frucht komme, möchte ich kurz erwähnen, was hier nicht mit Friede gemeint ist.

Der Friede in diesem Kontext meint nicht den Frieden, den wir durch Jesus Christus wieder mit Gott haben dürfen (Römer 5,1). Hier ist nicht die Beendigung der Feindschaft mit Gott gemeint (Römer 5,10), denn unser Vers richtet sich an wiedergeborene Christen, die im Besitz des Heiligen Geistes sind, also Menschen, die diesen Frieden schon erfahren haben.

Was ist dann mit dem Frieden gemeint, den der Heilige Geist uns immer mehr zu Teil werden lassen will? Es ist derselbe Friede, dessen Beschreibung beispielsweise auch im Duden zu finden ist.

  • Zustand der Eintracht, der Harmonie
  • Ungestörte Ruhe
  • Geborgenheit in Gott

Wir als Kinder Gottes haben als einzige die Voraussetzung, mit Hilfe des Heiligen Geistes, diesen oben beschriebenen Frieden zu verspüren und auch auszuleben. Nur wir als Kinder Gottes können zu diesem Frieden kommen, da wir wissen, dass alles, was uns widerfährt, ob aus unserer Sicht gut oder schlecht, es wird von Gott höchstpersönlich so geführt, dass es gut für uns ist (Römer 8,28). Aus diesem Wissen entspringt die Gelassenheit und Ruhe, die wir als Frieden deklarieren.

Das ist der Grund, warum wir gelassen in einen Stau fahren können, obwohl wir in Zeitnot sind.
Das ist der Grund, warum wir gelassen sein können, wenn andere uns verleumden.
Das ist der Grund, warum wir gelassen sein können, wenn unsere Wünsche nicht in Erfüllung gehen.
Das ist der Grund, warum wir gelassen sein können, wenn etwas unerwartetes eintrifft.
Das ist der Grund, warum wir gelassen sein können, wenn wir zu unrecht beleidigt werden und es uns viel wichtiger ist, Frieden mit der Person zu halten, als zu kontern.

Folgender Vers als kleine Ergänzung: „Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen.“ ‭(Matthäus‬ ‭5,9‬)

Das ist der Grund, der William MacDonald zu folgender Aussage bringt: „Wenn ein Flugzeug in starke Luftturbulenzen gerät und wie eine Feder im Sturm hin- und hergeworfen wird, wenn die Enden der Tragflächen vier Meter weit auf- und abschwingen, wenn die meisten Fluggäste kreischen, während das Flugzeug schlingert, sich aufbäumt und plötzlich abtaucht, dann befähigt jener Friede den Gläubigen, seinen Kopf zu neigen, seine Seele Gott anzubefehlen, und Gott dafür zu preisen, wie immer der Ausgang sein wird.“

Wir merken schnell, dass wir diesen inneren und äußeren Frieden nicht selber produzieren können, besonders dann nicht, wenn die Situationen aus menschlicher Sicht nicht gut für uns aussehen. Oder wenn wir in Bezug auf bestimmte Personen, welche uns in irgendeiner Form Leid bereitet haben, ihnen viel lieber mit Rache und Vergeltung entgegen treten wollen, als Harmonie und Eintracht mit diesen Person anzustreben.

Bitten wir doch Gott neu, dass er uns durch den Heiligen Geist diesen Frieden immer mehr zu unserer Eigenschaft werden lässt, indem wir Ihm immer mehr vertrauen und glauben, dass Er alles, was uns widerfährt, souverän lenkt und zu unserem Besten mitwirken lässt.