Andachten

Die Eigenschaften Gottes: (14) Der eifersüchtige Gott

Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott (2. Mose 20,5)

Wie oft hast du schon über die Tatsache nachgedacht, dass Gott eifersüchtig ist? Findest du diese Eigenschaft unpassend für den liebenden Gott? Kommst du nicht ganz damit klar, dass Gott sagt, dass er selbst eifersüchtig ist, uns aber genau das verbietet?

Nun, zunächst ist festzuhalten, dass ins unseren Köpfen dieses Wort zwar negativ belastet ist, jedoch im biblischen Gebrauch durchaus einen positiven Sinn haben kann. Paulus schreibt den Korinthern: „Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer“ (2. Kor 11,2). Hier scheint Paulus ausdrücken zu wollen, dass er äußerst fürsorglich oder wachsam in Bezug auf die Korinther war. Eifersucht meint, die Ehre und das Wohlergehen von sich selbst oder jemand anderem zu suchen.

Wenn Gott nun sagt, dass er eifersüchtig ist, so bedeutet das nichts weniger, als dass er fortwährend ernstlich danach trachtet, seine eigene Ehre zu suchen, zu erhalten und zu schützen. Aus diesem Grund sagt er dem Volk Israel auch, dass sie keine anderen Götter anbeten sollen (2. Mo 34,14). Er begründet diese Aussage damit, dass er ein eifernder Gott ist, soll heißen, dass er nicht toleriert, dass jemand anderem die Anbetung dargebracht wird als Ihm selbst. Gott will allein geehrt werden. Das ist sein Trachten.

Deswegen verstehen wir auch warum er selbst eifersüchtig ist, uns aber gebietet es nicht zu sein. Wenn wir eifersüchtig sind, suchen wir unsere Ehre und nicht Gottes und das kann und will Gott nicht tolerieren. Er spricht: „Ich will meine Ehre keinem anderen geben“ (Jes 48,11). Ist das verkehrt von Gott? Darf er das nicht? Nun, niemand anders als Gott hat Ehre verdient. Er allein verdient es angebetet und geehrt zu werden und zwar voll und ganz.

Anwendung

Wenn wir wirklich begreifen, dass Gott es einfach nur verdient hat, geehrt zu werden und gleichzeitig realisieren, dass wir zu genau diesem Zweck errettet wurden (Eph 1,6.12.14), nämlich ihn zu loben, vielleicht fangen wir dann endlich an umzudenken und unser Leben nach genau diesem Ziel auszurichten.

Vielleicht müssen wir uns auch an diesen Gedanken gewöhnen, dass Gott alle Ehre möchte, aber je mehr wir uns dieser Tatsache bewusst werden, desto mehr können wir uns auch an ihr erfreuen und wir fangen langsam an, das Geheimnis wahrer Anbetung zu entdecken.

Was wirst du also tun, wenn du nächstes mal von deinen Freunden oder im Fernsehen oder sonst wo hörst, dass der Name Gottes entehrt wird? Wirst du Gottes Eifer um seine eigene Ehre widerspiegeln, indem du dich vehement dagegen wehrst und solchen Spöttern, so weit es in deiner Macht steht, Einhalt gebieten? Was wirst du das nächste mal tun, wenn du in der Gemeinde Lieder für den höchsten Gott singst? Wirst du aus vollstem Herzen zu seiner Ehre singen und dich daran erfreuen?