Andachten

Merkmale eines gesunden Christen: Nachahmung (4/10)

Und ihr seid unsere Nachahmer geworden und die des Herrn, indem ihr das Wort in viel Bedrängnis mit Freude des Heiligen Geistes aufgenommen habt. (1. Thes 1,6)

Paulus stellt den Thessalonichern ein weiteres positives Zeugnis aus: Sie sind Nachahmer.

Kleinkinder haben die Angewohnheit ab einem bestimmten Alter, bewusste Handlungen der Eltern zu kopieren. Mal zieht die kleine Tochter die hohen Schuhe der Mutter an und stackst darin durch die Wohnung oder der kleine Sohn tut so, als würde er mit Werkzeug hantieren, weil er dies interessiert bei seinem Vater abgeguckt hat.

Auch als Erwachsene tendieren wir dazu, anderen nachzuahmen bzw. uns ihr Handeln und Reden abzugucken, wenn entsprechende Menschen erfolgreich darin sind. Dies mag die Gesprächsführung in der Arbeit sein, welche man sich abschaut oder der erfolgreiche Umgang des Arbeitskollegen in bestimmten Situationen, welcher uns beeindruckt. Solches ist an sich auch nicht verkehrt – im Gegenteil: Wir wären unweise, wenn wir erfolgreiche Erfahrungen anderer uns nicht zu Eigen machen!

Paulus untersagt dies auch nicht. Christen sollen ruhig immitieren! Die Thessalonicher sollen ihm und Timotheus ruhig ihr Leben nachahmen, denn schließlich gibt es kein „Copyright“ auf göttliche Wesenszüge, die wir anderweitig abgucken. Im Griechischen steht sogar das Wort „gleich machen“ „kopieren“ drin, was die Aussage des heutigen Verses umsomehr unterstreicht.

Aber wichtig bei allem ist folgendes: Paulus will, dass man ihn UND Christus kopiert. Sehr wohl schrieb Paulus bereits den Philippern aus dem Gefängnis, dass sie seine Nachahmer werden sollen (Phil 3,17), dennoch belässt er es bei den Thessalonichern nicht allein hierbei – auf das Original muss zwingend hingewiesen werden!
Er weiß, dass er nicht vollkommen ist und die Gefahr zu groß ist, dass er allein als „Kopiervorlage“ genommen wird. Dieses Problem ist nämlich sehr häufig bei Anhängern von geistlichen Führern zu beobachten. Fällt die geistliche Autorität weg oder strauchelt diese gehörig, so wird meist ein enttäuschter, unbrauchbarer Scherbenhaufen hinterlassen.

Welche Konsequenz hat jedoch die Aufforderung des Paulus für ihn selbst?
Er nimmt sich in die Pflicht! Wenn er sagt, dass sowohl ihm UND Christus nachgeahmt werden soll, dann setzt er sich selbst in ein helles, prüfendes und alles durchleuchtendes Licht! Er setzt sich quasi selbst dem höchsten Ideal aus: Jesus Christus.

Unsere Herausforderung sollte es sein, denjenigen welchen wir kopieren oder sogar nachahmen, auch an Christus zu messen und in Seinem Licht zu beleuchten!
Zudem soll uns heute die Frage beschäftigen: Kann man dich und mich kopieren? Ist es ratsam dein Verhalten und Leben nachzuahmen? Wenn wir uns an Paulus ein Beispiel nehmen, dann ist dieses Bestreben ein eindrucksvolles Signal davon, sich selbst ständig an Jesus Christus auszurichten.

Jedem aufrichtigen Gotteskind sei somit gesagt: Sei ein eifriger Kopierer des Guten und gleichzeitig auch eine solche Kopiervorlage.