Andachten

… und den neuen Menschen angezogen habt.

„[…] dass ihr, was den früheren Lebenswandel angeht, den alten Menschen abgelegt habt, der sich durch die betrügerischen Begierden zugrunde richtet, dagegen erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ (Epheser 4,22-24)

Letzte Woche konnten wir sehen, wie Paulus die Tatsache der Wiedergeburt mit dem Bild beschrieb, dass wir unseren alten Menschen abgelegt haben. Wir sahen, was diesen alten Menschen ausmacht, dass er in seinem Gewissen abgestumpft ist, sich allerlei Ausschweifung hingibt und dass er jede Unreinheit mit Gier ausübt. Doch wir sahen auch, dass dieser Lebenswandel unser Vergangenheit angehört und wir nun von Gott das neue Leben geschenkt bekommen haben – wir haben den neuen Menschen angezogen. Wie sieht nun dieses neue Leben aus oder anders gefragt, wie sollte ein Leben aussehen, dass es Gott wohlgefällig ist und zum Segen für andere sein kann? Wir möchten uns an einigen Beispielen anschauen, wie Paulus dieses neue Leben beschreibt, beginnend von Vers 26:

Deshalb legt die Lüge ab und redet Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten! […] Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr, sondern mühe sich vielmehr und wirke mit seinen Händen das Gute, damit er dem Bedürftigen etwas mitzugeben habe! Kein faules Wort komme aus eurem Mund, sondern nur eins, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hörenden Gnade gebe!

Das sind nur einige Aufforderungen, die Paulus der Gemeinde in Ephesus weitergibt, doch reichen sie aus, um das Prinzip zu verdeutlichen, dass Paulus uns hier aufzeigen will. Wir sehen, dass dieses Leben zu leben nicht nur bedeutet, das Böse zu meiden, sondern aktiv das Gute zu tun. In einer Welt, in der die Lüge als nichts schlimmes angesehen wird, in der sie sogar als Mittel benutzt wird, um im Leben voranzukommen oder sich der Verantwortung für begangene Fehler zu entziehen, sollten wir Christen die Wahrheit sagen, auch wenn das oft unangenehm ist.
Ähnlich verhält es sich auch mit dem Betrug, den Menschen verüben, wenn sie sich einen Vorteil verschaffen wollen. Doch genau hier sollen wir als Kinder Gottes ehrlich sein, auch wenn das z.B. bedeutet, dass man deshalb weniger verdient, weil man das Angebot der Schwarzarbeit ablehnt. Darüber hinaus sollen wir, mit den von Gott geschenkten Gaben, andere unterstützen und ihren Mangel ausfüllen.
Achten wir auf unsere Worte, die wir von uns geben und haben wir uns überhaupt schon mal gefragt, ob das, was wir unseren Nächsten sagen wollen, zu seiner Erbauung beiträgt oder nicht? Tragen wir dazu bei, dass Gespräche nicht nur von sinnlosen und banalen Inhalten gefüllt sind, sondern auch von geistlichen?

Da kommt doch automatisch die Frage auf, ob wir jemals diesen hohen Ansprüchen gerecht werden können? Aus unser eigenen Kraft sicherlich nicht, doch macht Paulus am Anfang von Vers 26 durch das Wort deshalb deutlich, dass die Voraussetzung dafür von Gott bereits geschaffen wurde. Weil wir von Gott den neuen Menschen geschenkt bekommen haben, werden wir ebenso von Gott dazu befähigt, gute Werke zu vollbringen, die er zuvor für uns bereitet hat (vgl. Eph 2,10). Deshalb wollen wir auch heute Gott für das Geschenk des neuen Lebens danken und ihn bitten, dass er diese Früchte in unserem Leben wachsen lässt, damit unser Leben ihm wohlgefällig und zum Segen für andere wird.