Andachten

Schlimmer als ihre Väter…

Und Juda tat, was böse war in den Augen des HERRN. Und sie reizten ihn zur Eifersucht durch ihre Sünden, die sie begingen, mehr als alles, was ihre Väter getan hatten. 1. Könige 14,22

Was für ein schreckliches Urteil spricht Gott hier über die Generation nach Salomo aus. Bereits von der Wüstengeneration sagte er, dass sie ihn anwiderten. Zu Zeiten der Richter verwahrloste das Volk Israel immer mehr. Und als man endlich glaubte, Israel sei während der Herrschaft Davids zur Blüte gelangt, folgten wenige Jahre später Götzendienst und Niedergang unter Salomo und dessen Nachfolgern. Aussagen wie diese finden wir noch mehrfach in der Zeit der Könige – Israel befand sich in einem stetigen Niedergang.

Es ist bezeichnend für die Menschheit, dass wir uns nicht zum besseren entwickeln. Nicht nur unser Erbgut, auch die Natur, die Sprachen und die gesellschaftlichen Moralvorstellungen befinden sich in einer Abwärtsspirale. Nur ein Blinder kann an das Prinzip einer Evolution zum besseren Glauben, die Fakten sprechen Bände. Der Mensch ist bestrebt, Gott mit seinen Taten zur Eifersucht zu reizen und wenn möglich, will er darin „erfolgreicher“ sein als seine Vorfahren. Das nennen wir dann in unserer aufgeklärten Gesellschaft „Fortschritt“ und „Triumph der Menschlichkeit“.

Doch Gott wird nicht für immer Geduld mit dieser bösen Welt haben. Damals wie heute wacht unser Gott über dieser Welt. Und wenn die Zeit gekommen ist, kommt die Strafe. Israel wurde vor Jahrtausenden aus ihrem Land vertrieben, weil sie die gleichen Sünden wie die Bewohner des Landes taten, die vor ihnen im Land wohnten. Gerade deswegen hatte Gott die Nationen durch Israel vernichten lassen. Israel erfuhr dasselbe Schicksal, nur vernichtete Gott das Volk nicht völlig.

Nehemia bezeugt: Doch du bist gerecht bei allem, was über uns gekommen ist, denn du hast Treue bewiesen; wir aber, wir haben gottlos gehandelt. (Neh 9,33)

Gott gab Nehemia die Gnade, zu erkennen, dass sein Volk sich sehr an Gott und seinen Maßstäben vergangen hatte. Nehemia bezeugt daraufhin, dass es richtig von Gott war, Israel wegen seiner Gottlosigkeit zu strafen. Unsere Gesellschaft und auch wir Christen selber sind leider oft von einer solchen Haltung entfernt. Wir rühmen uns der „Errungenschaften“ der Gesellschaft oder auch unserer geistigen Vorfahren, doch sehen dabei nicht, wie es um uns steht. Auch wir haben viel Schuld auf uns geladen und fordern Gott tagtäglich heraus. Für alle Menschen gilt, dass sie in Buße zu unserem Gott kommen dürfen um Vergebung zu empfangen, doch wehe dem, der dies nicht tut. Es gibt einen Gott, den du tagtäglich mit deiner Sünde beleidigst! Dieser Gott lässt sich nicht verspotten.

Auch wenn Gott noch Geduld an unserer westlichen Kultur erweist, so gilt doch, das Gottes Geduld eines Tages zu Ende ist. Dann wird schreckliches Gericht über die Welt hereinbrechen. Gebe Gott, dass Deutschland nochmals erwacht und mit Gottes Augen den Zustand unserer Gesellschaft beurteilt. Doch selbst wenn dies nicht geschieht, sind wir als Christen verpflichtet, wenigstens uns selbst im Lichte Gottes zu sehen, von früheren Generationen zu lernen und Christus treu nachzufolgen. Wir haben ebenfalls, wie alle Menschen, gottlos gehandelt. Nur Gottes Güte verdanken wir es, heute anders sein zu dürfen. Ist dieser Gott es nicht wert, alles für ihn aufzugeben und entgegen den Strömungen dieser Welt für ihn zu Leben um ihn zu verherrlichen?