Andachten

Die Eigenschaften Gottes: (15) Der zornige Gott

Erklärung und biblische Grundlage

Denke doch daran, und vergiss es nicht, wie du den HERRN, deinen Gott, in der Wüste erzürnt hast… Und am Horeb erzürntet ihr den HERRN, und der HERR ergrimmte über euch, sodass er euch vertilgen wollte“ (5. Mo 9,7-8).

Vielleicht fragst du dich, ob du dir an diesem Morgen, an dem du einfach nur einen kurzen Mut machenden Input für diesen Tag lesen wolltest, wirklich eine Andacht über Gottes Zorn geben musst. Nun, ich möchte dich an folgende Worte unseres Herrn erinnern, die im Johannesevangelium in Kapitel 17 aufgezeichnet sind: „Das aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen“ (Joh 17,3). Das ist der Grund, warum ich diese Reihe über die Eigenschaften Gottes mache, damit wir Gott erkennen.

Da gehört es nun untrennbar dazu, dass wir uns diese Eigenschaft Gottes, die erstaunlich häufig in der Schrift vorkommt, Gedanken machen. Gott ist ein zorniger Gott! Wenn man genauer darüber nachdenkt muss er das sogar sein. Denn wie könnte Er, der alles Gute, Richtige und seinem moralischen Charakter Entsprechende liebt, nicht alles hassen, was im Gegensatz dazu steht? Gott muss Sünde zutiefst hassen und er tut es auch.

Gottes Zorn wird selbstverständlich sehr häufig im Alten Testament geoffenbart aber – eigentlich nicht verwunderlich, weil Gott unveränderlich ist – genauso auch im Neuen Testament: „…wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ (Joh 3,36). Weiter: „Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit…“ (Röm 1,18). So gibt es etliche weitere Verse im Neuen Testament, die genau diese Tatsache bestätigen.

Anwendung

Auch Gottes Zorn ist wie jede andere seiner Eigenschaften absolut würdig zu loben. Man stelle sich vor, Gott wäre nicht zornig über Sünde. Das wäre fatal, denn Sünde ist abscheulich, sie ist verkehrt, es sollte sie nicht geben. Es ist gut, dass Gott darüber zürnt, denn sonst könnte es sein, dass wir in der Ewigkeit immer noch mit der Sünde zu kämpfen haben, weil Gott sie tolerieren würde. Aber wir erwarten neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt (2. Petr 3,13). Und das, weil Gott zornig über Sünde und auch über Sünder ist und sie einst richten und vernichten wird.

Vielleicht fragst du dich, ob du deinen Freunden, die du für Christus gewinnen willst, auch von Gottes Zorn erzählen sollst. Und ich kann es so gut nachvollziehen, dass das keine einfache Sache ist. Aber Ungläubige müssen inständig gewarnt werden, vor was sie gerettet werden sollen; was sie erwartet, wenn sie nicht umkehren; sie müssen wissen, dass sie Sünder in der Hand eines zornigen Gottes sind und dass sie aus dieser misslichen Lage dringendst errettet werden müssen.

Wir sollten beim Evangelisieren Gottes Zorn nicht ausblenden. Aber wir dürfen nie dabei stehen bleiben, denn wir haben die wundervolle Nachricht, dass es jemanden gab, der diesen Zorn Gottes für diejenigen getragen hat, die da glauben. Es ist erstaunlich und zugleich zutiefst anbetungswürdig, dass Jesus, Gottes Sohn, diesen heiligen, schrecklichen, grausamen Zorn auf sich genommen hat, damit wir gerettet werden könnten (Röm 3,25-26).

Ein letztes noch darfst du als Anwendung mitnehmen, aufgrund der Tatsache, dass Gott ein zorniger Gott ist: Wenn Gott Sünde zutiefst verabscheut und darüber zürnt, solltest du nicht langsam damit anfangen, dasselbe zu tun? (Sach 8,17)