Andachten

Das Siegel des Heiligen Geistes

Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung hin! (Epheser 4,30)

Nachdem Paulus den Christen in Ephesus, anhand des Beispiels des Kleiderwechsels, gezeigt hat, was bei einer Wiedergeburt passiert und welche Früchte damit automatisch verbunden sind, greift Paulus am Ende des Kapitels noch einen weiteren wichtigen Aspekt der Bekehrung auf: mit der Bekehrung zieht Gott, in der Person des Heiligen Geistes, in unser Leben ein.

Doch Paulus macht im selben Atemzug deutlich, dass man den Heiligen Geist auch betrüben kann, indem man z.B. lügt, zornig ist, von anderen etwas klaut oder auch böse Worte zu anderen Menschen spricht. Gott hat uns seinen Geist geschenkt, damit wir in der Heiligung voranschreiten, im Glauben wachsen können, um so Stück für Stück eine Veränderung in das Ebenbild Jesu zu erfahren. Gott möchte uns in diesen Prozess der Umgestaltung mit einbeziehen und wie ermutigend ist es da zu wissen, dass Gott uns nicht das neue Leben geschenkt und dann uns sich selbst überlassen hat, sondern dass er diese Veränderung in uns bewirkt. Wenn wir uns also vor Augen führen, dass unser Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist und wir nun nicht mehr uns selbst gehören (1.Kor 6,19), dann werden wir auch anders mit den Dingen umgehen, die Gott uns anvertraut hat, ob das nun unsere Gaben, unsere Zeit oder unsere Kraft ist. Aber dann schaue ich in mein Leben und erkenne, wie weit ich noch davon entfernt bin, Gott mit meinem ganzen Herzen, mit meiner ganzen Seele und mit meinem ganzen Verstand jeden Augenblick zu lieben.

Und diese Erfahrung hatte auch Paulus gemacht. Er war nicht blauäugig oder naiv, denn er wusste sehr wohl, dass dieser Kampf zwischen den zwei Naturen, in jedem Christen tobt, dass das Wollen zwar vorhanden ist aber nicht das Vollbringen des Guten. Und man kann förmlich die Verzweiflung aus den folgenden Versen greifen, die Angesichts dieses Dilemmas aufkommt.

Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes? – Ich danke Gott durch Jesus Christus unserem Herrn! (Röm 7,24.25)

Paulus sah nicht auf sein Unvermögen, sondern auf das, was Gott durch Jesus Christus getan hat. Gott hat uns erlöst und obwohl wir noch immer sündigen und täglich Gottes Vergebung in Anspruch nehmen müssen, ist sich Paulus des ewigen Heils sicher. Und wir fragen Paulus, wie er zu so einer Überzeugung gelangt ist? Paulus` Sicherheit ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass er den Heiligen Geist von Gott als Siegel empfangen hat. Dieses Siegel wird bis auf den Tag der Erlösung hin bestehen bleiben, da niemand dieses Siegel zu brechen vermag, weil ein Siegel immer nur von einer höheren Autorität gebrochen werden kann, als diejenige, die das Siegel angebracht hat. Somit dürfen wir getrost sein, da wir wissen, dass Gott die höchste Autorität ist und dass er seinen gefassten Ratschluss auch ausführen wird, da er allmächtig ist. Somit dürfen wir uns schon jetzt auf den Moment freuen, wenn Gott uns zu sich holen wird, wir von diesem Leib des Todes befreit, Gott auf ewig dienen werden.