Andachten

Blicken wir ins Nichts?

Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig. (2. Korinther 4,17-18)

Viele Menschen in dieser Welt „glauben nur, was sie sehen“. Nur was gesehen wird, wird als Tatsache akzeptiert. Christen, die von Dinge reden, die für das menschliche Auge unsichtbar sind, wird manchmal eine krankhafte Jenseits-Fixierung bescheinigt. Man bezeugt ihnen eine Fluchtreaktion, da davon ausgegangen wird, dass sie mit dieser Welt nicht zurecht kommen wollen. 
Obenstehende Verse sagen uns etwas über diesen Umstand.
Wir Christen leiden in dieser Welt. Doch weil wir auf das „Unsichtbare anschauen“ (welch ein Paradoxon), kommt uns die Bedrängnis die wir in dieser Welt durchleben als leicht vor. Vergleichen wir sie mit der Herrlichkeit, die noch kommt, so fällt letztere über alle Maßen ins Gewicht. Die Leiden unseres jetzigen Lebens sind wie Nichts im Vergleich zu dem was uns in der Ewigkeit erwartet. 
Ist das nur eine weitere Fluchtreaktion, ein psychologischer Trick, um mit dem Leid in dieser Welt fertig zu werden? Nein! Unser Glaube ist gerade das, was diese Welt überwindet ( 1Joh 5,4). Außerdem ist unser Glaube eine feste Zuversicht auf das hin, was wir nicht sehen und ein Nichtzweifeln an dem Unsichtbaren (Heb 11,1).
Eine weitere Lektion lehren uns die heutigen Verse: Jeder, der auf das sieht, was er mit seinen Augen erkennen kann, der ist sehr kurzsichtig. Warum? Das Sichtbare ist zeitlich, es hat ein Ende. Das Unsichtbare hingegen ist ewig. Wer nicht über das hinausblicken kann, was er jetzt sieht, der wird in Ewigkeit vergehen wie alles, worauf er derzeit blickt und woran er sich klammert. Geld, Besitz, Macht, Schönheit, Familienbande, die Natur – alles was wir sehen und erleben wird vergehen. 
Christen sind die einzigen Menschen in dieser Welt die nicht auf solche Nichtigkeiten schauen. Sie schauen weit über das hinaus, was auf dieser Erde existiert – sie sehen im Glauben auf das Unsichtbare und damit blicken sie bereits jetzt auf Dinge, die nie vergehen. Für Nichtchristen mag es so aussehen, als würden Christen ins nichts blicken, doch wir wissen, wem wir geglaubt haben und an wen wir glauben. Meinem Glauben an Jesus Christus und dem was er uns in der Bibel zu sagen hat, vertraue ich mehr als meinen Augen. Mein Blick mag mich trügen, doch wenn ich auf das Unsichtbare schaue, dann erlebe ich bereits hier auf der Erde ein Stück Ewigkeit.
Danke Christus heute dafür, dass er dir den Blick für das Unsichtbare, Ewige geschenkt hat. Du hast etwas, was den Menschen um dich herum bislang verwehrt bleibt. Freue dich in Christus, denn wenn du mit klarem Blick auf das Unsichtbare schaust, dann wird sich auch deine Einstellung zu diesem Leben ändern und du wirst sehen, dass das Leben auf dieser Erde nur ein flüchtiger und oft auch leidiger Schatten ist. Doch uns erwartet eine über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit! Preisen wir unseren großen Gott dafür!