Andachten

Die Frucht des Geistes (5/9) – Freundlichkeit

Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit;
‭‭(Galater‬ ‭5,22‬) ‭

Die Freundlichkeit

Ich glaube, fast jeder kennt eine Person in seinem Umfeld, die kein Christ ist und trotzdem eine unglaubliche Freundlichkeit an den Tag legt. Bei ihr wundert man sich immer wieder, dass diese Person von sich aus so ein freundliches Wesen haben kann.

Es gibt ganz offensichtlich Menschen, die von Natur aus ein sehr freundliches Wesen haben. Was ist aber in diesem Vers mit Freundlichkeit gemeint? Wir erinnern uns, dass wir es bei der Frucht des Geistes ja mit übernatürlichen Eigenschaften zu tun haben, also nichts, was der Mensch von sich aus mitbringt.

Um eine Antwort darauf zu finden, lasst uns auf unseren allmächtigen Gott schauen, der diese Freundlichkeit in Perfektion ist.

Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heilandgottes erschien, errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes,
‭‭(Titus‬ ‭3,4-5‬) ‭

Die Güte, von der dieser Vers spricht, ist im Urtext ein und das selbe Wort, wie die Freundlichkeit aus unserem Vers aus Galater. Das Wort „Güte“ meint an dieser Stelle somit das selbe, wie das Wort „Freundlichkeit“ aus unserem Ausgangsvers.

Wir sehen hier in diesem Vers, dass nicht nur Gottes wunderbare Eigenschaft der Liebe ihn dazu veranlasste uns zu erretten, sondern auch sein Wesen der Güte/Freundlichkeit.

Was zeichnet die Freundlichkeit Gottes aus?

Gott ist nicht erst freundlich zu Menschen,
die nett zu ihm sind,
die gut mit ihm umgehen,
die auf das hören, was er sagt,
die sich seinem Willen unterordnen,
die ihn lieben,
sondern Gott ist freundlich unabhängig davon, was die Menschen machen. Denn wenn Gott nur zu denen Menschen freundlich wäre, die auch zu ihm freundlich wären, hätten die Menschen ein großes Problem, weil kein Mensch von sich aus freundlich zu Gott sein will, weil er Gott als Feind ansieht.

Weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft ist gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie vermag es auch nicht.
‭‭(Römer‬ ‭8,7)

Im Lichte der Freundlichkeit Gottes heißt das für uns, dass wir unabhängig von dem, wie andere uns behandeln, egal ob gut oder böse, wir ihnen mit Freundlichkeit begegnen sollen.

Gerade dann, wenn wir schlecht behandelt werden, merken wir ganz schnell, dass wir von uns aus niemals zu dieser Person aus tiefstem Herzen freundlich sein können. Genau in diesen Momenten tritt die übernatürliche Freundlichkeit auf, die wir nur mit Hilfe des Heiligen Geistes praktizieren können.

Mögen wir Gott heute nochmals neu darum bitten, dass wir mit Hilfe des Heiligen Geistes seine Freundlichkeit leben, damit hierdurch andere Menschen um uns herum Veränderung erfahren dürfen, weil sie sehen, dass wir anders sind.