Andachten

Die Eigenschaften Gottes: (16) Der freie Gott

Gott muss niemandem Rechenschaft ablegen für irgendetwas, das er tut. Er darf tun und tut genau das, was er möchte und zwar in völliger Freiheit. Es gibt nichts Äußeres, das Gott beschränken könnte, irgendetwas zu tun, was er will.

Gott „wirkt alles nach dem Ratschluss seines Willens“ (Eph 1,11). Und „… er tut alles, was ihm wohlgefällt“ (Ps 115,3). Kein menschlicher Herrscher hat es je geschafft und wird es je schaffen, sich dem Willen Gottes zu widersetzen, denn „gleich Wasserbächen ist das Herz des Königs in der Hand des HERRN; er leitet es, wohin immer er will“ (Spr 21,1). Selbst der unglaublich mächtige König Nebukadnezar, der ein Weltreich regierte, muss zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass der Herr mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen, verfährt, wie er will und dass es niemanden gibt, der seiner Hand wehren könnte oder zu ihm sagen dürfte: „Was machst du?“ (Dan 4,35).

Es ist natürlich klar, dass Gott nie widersprüchlich zu seinem Wesen handelt. Er handelt immer in Übereinstimmung mit seinem eigenen moralischen Charakter. Doch ist er innerhalb seines eigenen Wesen absolut frei, das zu tun, was er wünscht.

Anwendung

Diese Tatsache ist heutzutage für die meisten Menschen sehr schwer anzunehmen. Viele Menschen möchten Gott auf „Augenhöhe“ begegnen, der sie als Gegenüber respektiert und genauso ihre eigenen Wünsche. Somit setzen viele die Freiheit Gottes herab und beschränken diese, da Gott ja auf die Wünsche, die Freiheit und den Willen der Menschen acht geben muss.

Viele haben Mühe damit, Gott als alleinwirksam in der Errettung eines Menschen zu akzeptieren. Wir täten allerdings gut daran, Gott in seiner absoluten Freiheit, die eindeutig von der Schrift bezeugt wird zu akzeptieren, auch dann, wenn es z.B. um die Frage der Erwählung geht. Gott sagt deutlich: Wer bist du denn, o Mensch, der du das Wort nimmst gegen Gott? Wird etwa das Geformte zu dem, der es geformt hat, sagen: warum hast du mich so gemacht? Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre und das andere zur Unehre zu machen? (Röm 9,20-21).

Diese Verse sind tatsächlich schwer zu verdauen. Und doch stehen sie in der Bibel und wir sollten sie lieber so stehen lassen. Meine Absicht ist es gewiss nicht, in dieser Andacht eine letztgültige Antwort auf die Erwählungslehre zu geben. Doch ich möchte betonen, dass wir doch Gott Gott sein lassen und ihn in seiner Freiheit akzeptieren sollten. Er ist nun mal Gott.

Und wenn wir wirklich glauben, dass niemand Gott in seinem Wirken einschränken kann, ist das doch eine wunderbare Nachricht für uns als Seine Kinder. Niemand wird Gott je daran hindern können, uns sicher in sein Himmelreich zu bringen. Niemand wird ihn je daran hindern können, diejenigen gerecht zu bestrafen, die gegen Ihn und gegen Seine Kinder rebelliert haben. Und niemand wird Gott je die Fähigkeit rauben, uns mit Seiner ganzen Gnade zu überschütten (Eph 2,7), sodass wir ihn auf ewig preisen werden.