Andachten

Ich bin zu gering

​Hierauf wandte sich der HERR weiter an Hiob mit der Frage: „Hadern will der Tadler mit dem Allmächtigen? Der Ankläger Gottes gebe Antwort darauf!“ Da antwortete Hiob dem HERRN: „Ach, ich bin zu gering: was soll ich dir entgegnen? Ich lege meine Hand auf den Mund! Einmal habe ich geredet, werde aber nichts mehr entgegnen; und noch ein zweites Mal habe ich es getan, doch niemals tue ich es wieder. (Hiob 40,1-5)

Wir kennen die Geschichte Hiobs gut. Euch ist wahrscheinlich schon aufgefallen, dass Gott Hiobs Fragen gar nicht direkt beantwortet. Stattdessen erklärt er ihm ausführlich, dass er Herr über die ganze Natur ist. Doch nach dieser Offenbarung Gottes, wird aus einem stolzen Hiob, der Gott anklagte, ein demütiger Mann, der sich selbst als widerwärtig, abscheulich und ekelhaft bezeichnet („vile“ – so übersetzt die KJV).

Was für eine Auswirkung hatte Gottes Reden auf Hiobs Denken und auf sein Gottesbild? Wie kommt Hiob zu so einem Umdenken, sodass er schlussendlich zugeben muss:

Nur durch Hörensagen hatte ich von dir vernommen, jetzt aber hat mein Auge dich geschaut. Darum bekenne ich mich schuldig und bereue in Staub und Asche.“ (Hiob 42,5-6)

Wir müssen bedenken, dass Hiob von Gott selbst das Zeugnis erhalten hat, tadellos und gottesfürchtig zu sein. Und so ein Mensch, von dessen Gottesfurcht und Geistlichkeit wir meilenweit entfernt sind, hatte es nötig, dass ihm Gott auf eine neue Art und Weise begegnet – wie viel mehr wir.

Diese Fragen müssen wir uns folglich stellen:

Glauben wir überhaupt, dass Gott uns Wahrheiten über sein Wesen offenbaren kann, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegen oder denken wir zu klein von ihm bzw. gründet sich unsere Erkenntnis über ihn lediglich auf Gerüchte und Hörensagen?

Ist es unser innigster Wunsch, mehr über Gott und seine Person zu erfahren, sodass wir alle anderen Wünsche hinten anstellen? Und wenn das so ist, haben wir dann das Vertrauen, dass er zu seinem Wort steht und sich uns naht und uns Dinge offenbart, die alles was wir bisher wussten, verblassen lassen?

Wir sind niemals zu alt oder zu geistlich um Gott auf eine völlig neue und viel tiefere Weise erkennen zu können. Dass Gott, der Schöpfer und Erhalter aller Dinge, sich uns unwürdige Menschen offenbart, mag uns absurd erscheinen ist aber zugleich das Größte und Beste was uns in unserem Leben auf der Erde passieren kann.

Lasst uns unsere Prioritäten heute und immer wieder richtig ordnen!