Andachten

Merkmale eines gesunden Christen: Bußfertigkeit (7/10)

Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch hatten und wie ihr euch von den Götzenbildern zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen. (1. Thes 1,9)

Wir leben in einer Zeit und in einem Umfeld, in welchem die Anbetung und die Verehrung offensichtlicher klassischer Götzenbilder vermeintlich weit zurück liegt.
Menschen, die sich huldigend vor Statuen stellen, kennen wir höchstens aus Bildern und Aufzeichnungen animistischer oder diktatorische Verhältnisse.
Dies war bei den Thessalonichern jedoch anders! Sie praktizierten einen Götzenkult, welcher römisch-griechisch bedingt war und dem religiösen Standard der Antike entsprach.
Paulus und Timotheus bestätigen, dass auch das Umfeld der Thessalonicher diese Gesinnungsänderung der jungen Christen vernommen hat!

Letztes Mal sahen wir, was die Thessalonicher für fleißig verkündigende Christen waren. Der heutige Vers nun beginnt mit einem denn. Er zeigt, dass zum kraftvollen Verkündigen auch Buße notwendig ist. Wirkungsvolle Verkündigung und eine ständige Bußfertigkeit sind untrennbar miteinander verbunden!
Paulus bestätigt dies auch in 1. Kor 9,27, wo er schreibt: […] ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde.

Sicherlich gibt es viele Dinge, die wir zu bereinigen haben, um selbst nicht unauthentisch zu wirken. Da sind evtl. Differenzen mit anderen Gläubigen im Raum oder man ist diversen sündigen Lastern verfallen, welche einen selbst ungemein hemmen im Dienst! Es soll unser ständiges Bestreben sein, die immer wiederkehrenden Sünden vor Gott ans Kreuz zu bringen! Zwar sind wir als Gotteskinder bereits ein für allemal geheiligt worden (Hebr 10,10), aber dennoch haben wir stets nötig Vergebung für die alltäglichen Sünden zu empfangen. Jesus sagte hierzu: Wer gebadet ist, hat nicht nötig, sich zu waschen, ausgenommen die Füße, sondern ist ganz rein. (Joh 13,10)

Nun, welches war die konkrete Sünde der Thessalonicher, in welcher sie verhaftet waren? Sicherlich hatten auch sie Probleme mit Streit, Ehebruch, Lüge, Neid und Stolz. Hier sind aber explizit Götzenbilder benannt!

Auch heute noch haben wir zahlreiche Götzenbilder, an denen wir unweigerlich festhalten und in der Verkündigung mangels Erkenntnis und Buße hinken. Häufig hört man, dass die „modernen Götzen“ der Christenheit unsere teuren Autos, interessanten Hobbies oder der gutbezahlte Job seien. Dieser sehr häufig, jedoch sehr einfältige, pragmatische Vergleich mag – wenn überhaupt – evtl. im Entferntesten einen Hauch mit dem in der Bibel gemeinten Götzenbild etwas zu tun haben. In der Bibel sind Götzenbilder angebetet und gepriesen worden, da man sich von ihnen Hilfe, Beistand oder Erfolg erhoffte!

Unsere modernen Götzenbilder, von welchen sich die Christen in Bußfertigkeit abwenden müssen, sind ganz andere. Es sind falsche Illusionen von Gott und selbstgemachte Gedankenkonstrukte mit theologischem Anstrich, bis hin zu gänzlich pervertierten Gottesbetrachtungen! Dies ist zum einen der Sozial-Jesus, der nur unser Bestes und unser stetiges Wohl möchte. Es ist auch der immer liebe gütge Gott, der ja nie jemanden was Unangenehmes, geschweige denn eine ewige Strafe, zuteil werden lässt. Es ist der Easy-going-Gott, der immer ein Auge zudrückt und Verständnis für unsere Sünden hat. Es ist aber auch der harte Gott, der will, dass wir uns quälen und schinden, um in Werksgerechtigkeit vor Ihm genügsam zu erscheinen! All diese Bilder entsprechen der Realität unsere „Christenheit“ und werden so auch verkündigt!

Buße heißt im Griechischen metanoia, was soviel bedeutet wie „umdenken“ oder auch „Umkehr des Denkens“. Wir können uns das so vorstellen, wie wenn ein Auto geradeweg in die falsche Richtung fährt und auf einen Schlag um 180 Grad wendet!

Gott will, dass wir wenden, dass wir uns von diesen Götzenbildern bekehren, also zu Ihm hin umdenken und Buße über solch verkorkste Gesinnungen tun! Wenn dies geschieht, dann werden wir freimütige und wirksame Verküniger des Evangelium Gottes, sowohl in Wort aber auch in der Tat!

Wo musst du noch Buße tun, um wirksam im Dienst für Gott und den Menschen zu sein? Lasst uns von den Thessalonichern lernen, sowohl den Lebenswandel als auch unser Gottesbild zu prüfen, um nicht verwerflich für andere zu sein. Damit dies geschehen kann, muss unser Leben und unsere Theologie einzig und allein am lebendigen Evangelium Gottes ausgerichtet werden!