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Buchbesprechung: Ein Leben zur Ehre Gottes: Band 2

Dieses Buch ist die Fortsetzung einer voraussichtlich dreiteiligen Reihe, die unter dem Titel „Ein Leben zur ehre Gottes“ verschiedene Lebensbereiche eines (jungen) Christen behandeln und stammt aus den Federn des Leitungskreises von “Josia – Truth for Youth” und von deren Bekannten und Freunden. „Auf der Grundlage des Evangeliums“ werden zehn Themen in jeweils einem Aufsatz von einem Schreiber abgehandelt. Im Folgenden möchte ich eine kurze Übersicht über vier dieser zehn Aufsätze schaffen.

Von Kopf bis Fuß – Das Evangelium für das ganze Leben (Einleitung)

Im ersten Kapitel des Buches gewährt uns Rudolf Tissen einige Einblicke in das Evangelium Jesu Christi, denen leider oft nur wenig Beachtung geschenkt wird. Er stellt heraus, dass das Evangelium nicht nur eine Botschaft zur Rettung ist, also einen einmaligen Nutzen hat, sondern sich vielmehr durch das ganze Christenleben zieht und bspw. die Grundlage für die christliche Ethik bietet. Illustrativ und nachvollziehbar erklärt er, dass das Evangelium nicht nur eine Botschaft ist, sondern auch eine starke Kraft, die Menschen verändert. Er zeigt ein Evangeliumsmuster auf, das sich an sehr vielen Stellen der Bibel findet, jedoch leicht übersehen wird, und das eine Antwort auf die Frage gibt, was das Evangelium denn mit einem Leben zur Ehre Gottes zu tun habe. Ein Beispiel ist Römer 15,7: „Nehmt einander an wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ Das Muster sieht also so aus: Was Christus getan, bietet die Grundlage dafür, was wir tun sollen (oder: nun tun können).

Der Christ und die Religion der Nachbarn

In diesem Kapitel geht Hanniel Strebel der Frage nach: „Welche Antworten geben [unsere Nachbarn] – meist unbewusst – auf die wichtigen Fragen des Lebens?“ Er umrahmt die ausführliche Beantwortung dieser Frage mit einer fiktiven Szene, die sich in verschiedenen Treffen eines Jugendkreises abspielt. Dabei werden folgende Punkte in Frageform abgearbeitet: „Woran glaube ich?“, „Wer bin ich?“, „Was ist verkehrt an dieser Welt?“, „Was ist die Lösung für die Probleme dieser Welt?“. Nachdem diese Fragen beantwortet werden, wird zu folgenden, an dem biblischen Evangelium orientieren Fragen übergeleitet: „Wem gehöre ich?“, „Worüber muss ich Bescheid wissen?“, „Was ist wahr?“. Dieses Kapitel ist voll von klaren Einblicken in die Weltanschauung von Nichtchristen (z.B. Agnostiker, Atheisten, Muslime, …), und bietet aufschlussreiche Ansätze, zu diesem „Glauben der Nachbarn“ vorzudringen und die Brüchigkeit desselben aufzuzeigen.

Der Christ und die persönliche Evangelisation

Dieses Thema war für mich besonders herausfordernd. Das Evangelium, diese frohe Botschaft, durch die ich Rettung haben kann, weiterzugeben, fällt, denke ich, den meisten Christen nicht leicht. Jedoch hilft Benedikt Mankel dem Leser auf sehr zielgerichtete und verständliche Art und Weise zu verstehen, warum das so ist. Er erkennt drei große Voraussetzungen zu einer engagierten, mutigen, fröhlichen und regelmäßigen Evangelisation. 1. Fähig, 2. Motiviert und 3. Verfügbar zur Evangelisation. Die Strukturierung des Kapitels ist einfach: Zu jeder Voraussetzung listet der Schreiber einige gängige „menschliche Behauptungen“ auf, auf die dann die „biblische Antwort“ folgt. Ein Beispiel:

Menschliche Behauptung: Ich möchte lieber durch meinen Lebensstil greifbar Zeugnis geben und den Menschen die Liebe Gottes auf diese Weise praktisch vorleben. Manche können eben gut reden, ich handle lieber. […]

Biblische Antwort: Das Evangelium kann nicht vorgelebt, sondern nur verkündigt werden. Die mündliche oder schriftliche Weitergabe des Evangeliums, und nicht unser christlicher Lebensstil, ist die Kraft Gottes zur Errettung der Menschen (Römer 1,16.17). Das Evangelium ist mehr, aber niemals weniger als eine Nachricht. Es ist Information, es ist gute Botschaft und daher ist es ein „Kategorienfehler“, wenn wir meinen, dass Evangelium vorleben zu können. […]

Der Christ und das Geld

Die Beziehung zwischen Geld und einem Leben zur ehre Gottes erarbeitet Ludwig Rühle unter dem einfach Leitsatz: „Entweder zu betest Geld an oder du betest mit deinem Geld Gott an. Er erklärt wie überaus verlockend es ist, die erste Variante zu wählen und warum das Geld die Anbetung, die Gott gebührt, für sich beansprucht. Zum einen lenkt Geld, oder Besitz, von Gott ab (vgl. Lk 14,15-24). Es gewöhnt dich des weiteren an einen Lebensstandard. Daraus ergibt sich, dass Gott die Dankbarkeit verweigert wird und man abhängig von diesem Lebensstandard wird. Eine weitere Folge ist, dass das Vertrauen auf Gott sinkt und man seine Sicherheit von seinem Kontostand abhängig macht (vgl. Lk 12,16-19). Es mehrt zudem die Sorgen, da Menschen, die viel besitzen, auch viel zu verlieren haben. Doch durch das Geld und den Besitz bietet Gott uns auch wunderbare Möglichkeiten, ihn damit zu verherrlichen und unsere vergänglichen Reichtümer in unvergängliche Schätze zu verwandeln. Neben diesen grundlegenden Wahrheiten über das Geld kommt der Autor auch auf ganz praktische Bereiche im Umgang mit Geld zu sprechen. Er erklärt zum Beispiel welche Verantwortung es mit sich bringt, Geld zu besitzen und gibt dem Leser ein einfaches Prinzip mit auf den Weg, dass er sich bei Anschaffung aller Art vor Augen halten kann: “Hilft es mir in meinem Glaubenskampf oder belastet und behindert es mich eher?” Es liegt ein Spannungsfeld dazwischen, gute Gaben wie irdischen Reichtum oder technische Errungenschaften zum Guten zu nutzen und sich diese Dinge zum Götzen zu machen, indem man sich z.B. mehr auf sie verlässt als auf Gott. In diesem Spannungsfeld gilt es mit Weisheit zu leben. Die Frage, wie wir denn weise mit Geld und Besitz umgehen können, beantwortet Ludwig mit einer aufschlussreichen Auslegung über Titus 2,1-10, die im Kern etwa so lautet: Christus hat uns dazu erlöst, ein Volk seines Eigentums zu sein, das eifrig ist, gute Werke zu tun. Die Begründung für ein Leben mit guten Werken ist die Gnade Gottes, die erschienen ist.

Diese Verbindung zwischen einem Leben zur Ehre Gottes und dem Evangelium der Gnade Gottes findet sich in diesem öfters wieder, weshalb ich einen kurzen Abschnitt daraus zitieren möchte: “Um die Kreter dazu zu motivieren, in der Gegenwart zur Ehre Gottes zu leben, beginnt Paulus interessanterweise in der Vergangenheit. Er erinnert sie und mit ihnen auch uns daran, dass wir zurückschauen müssen auf das, was Gott schon vollbracht hat. Wir müssen uns die Gnade Gottes vor Augen führen, die erschienen ist.“ (S. 103)

Fazit

Ich empfehle dieses Buch jedem, der sich fragt wie er ganz praktisch in verschiedenen Bereichen ein Leben führen kann, das tatsächlich Gott verherrlicht. Jedem, der dies erkannt hat, dass Gott aller Ehre würdig ist, wird dieses Buch eine Hilfe sein, sich auf Gott und seinen Willen für die Seinen auszurichten.

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