Andachten

Wohl dem, der meditiert

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt [andere Übersetzung: meditiert] Tag und Nacht. (Psalm 1,1-2)

Eins der wohl am wenigsten verwendeten Werkzeuge in unserem heutigen Glaubensleben ist die Meditation. Wenn wir dieses Wort hören, denken wir zuerst an irgendwelche fernöstlichen Religionen oder Yoga-Praktiken. Aber Meditation ist nur ein Werkzeug; Synonyme sind: Betrachtung, nachdenken, Andacht, nachsinnen.

Anders all in vielen Religionen ist der christliche Ansatz der Meditation nicht darauf fokussiert, den Geist zu leeren sondern ihn zu füllen. Jemand beschrieb sie mal in folgenden Worten: “Eine heilige Kopfübung, bei der wir uns Gottes Wahrheiten in Erinnerung rufen und ernstlich darüber nachsinnen.”

Der Sinn und Zweck von Meditation ist es biblische Wahrheiten, oder Verse, von denen wir nur wenig verstehen, zu nehmen und durch das Nachsinnen unser Verständnis dieser Wahrheiten zu erweitern, damit sie zum Bestand unseres Alltagslebens werden können.

Viele Glaubensmänner haben den Wert der Meditation über Gottes Wahrheiten gekannt und sie gerne und regelmäßig praktiziert. Ich möchte einige biblische Beispiele auflisten, die uns das bestätigen.

„Ich gedachte meines Saitenspiels in der Nacht; ich sann nach in meinem Herzen, und es forschte mein Geist.“ (Asaph in Psalm 77,6)

Ich gedenke der Tage der Vorzeit, überlege all dein Tun; ich sinne über das Werk deiner Hände. (David in Psalm 143,5)

„Ansonsten denkt über das nach, meine Geschwister, was wahr, was anständig und gerecht ist! Richtet eure Gedanken auf das Reine, das Liebenswerte und Bewundernswürdige; auf alles, was Auszeichnung und Lob verdient!“ (Philipper 4,8)

Die Bibel erklärt vorbildhaft die Bedeutung des Nachsinnens über göttliche Wahrheiten. Worüber ein Mensch nachdenkt, womit er sich gedanklich viel beschäftigt, bestimmt seine Handlungen, Gewohnheiten und seinen Charakter. Es ist von unschätzbarem Wert, die Bibel nicht nur zu lesen, sondern viel über das Gelesene nachzusinnen – Tag und Nacht wie der Autor des Psalms schreibt.

Abschließend möchte ich noch ein Zitat eines Autors anführen, das die Wichtigkeit von Meditation nochmals verdeutlicht:

Studium ist das Herausfinden von Wahrheiten, Meditation ist die „geistliche Optimierung” von Wahrheiten. Das Eine bedeutet bedeutet die Goldader zu suchen, das Andere heißt, das Gold auszugraben. Studium ist wie die Wintersonne, die nur wenig Wärme und Einfluss hat, Meditation schmilzt das Herz, wenn es eingefroren ist und lässt Tränen der Liebe davon tropfen. (Thomas Watson),

Wie oft sinnen wir über Gott und sein Wort nach? Was beschäftigt uns gedanklich viel und oft? – Über irgendwas Sinnen wir immer nach. Nimm dir doch für heute und die nächsten Tage einen Vers vor, über den du tagsüber in freien Minuten immer wieder nachsinnst. Versuche diese geistliche Übung zu einer Gewohnheit zu formen.

“Keine heiligen Pflichten werden zu uns kommen, wir müssen zu ihnen gehen.” (Nathaniel Ranew)