Andachten

Merkmale eines gesunden Christen: Erwartung (8/10)

[…] und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat -Jesus, der uns errettet von dem kommenden Zorn. (1. Thes 1,10)

Unser Leben ist stets von Erwartungen gekennzeichnet. Es fängt schon im Kleinkindalter an, dass man Weihnachten vor lauter Freude kaum erwarten kann und die damit häufig verbundenen Bescherungen. Später kann man es kaum erwarten endlich den 18. Geburtstag zu feiern und mit dem langersehnten Führerschein eigenständig fahren zu dürfen.
Es gibt auch andere Erwartungen die einen bange werden lassen. Vielleicht ist es die schwerwiegende Diagnose in einer Krankheitsphase oder auch die Antwort auf eine der unzähligen Bewerbungen, die einen ob der ständigen Erfolgslosigkeit mürbe machen.
Menschen erwarten stetig etwas, bewusst oder unbewusst! Wir erwarten Besuch, wir erwarten Gehalt und wir erwarten ein kleines Dankeschön.

Es gibt aber eine Erwartung, die alle anderen Erwartungen eines gesunden Christen übertreffen sollte: Die freudige und gelebte Erwartung der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus!

Exakt diese Erwartungshaltung legten die Thessalonicher an den Tag. Sie wussten, dass das Hier und Jetzt nicht alles ist, sondern dass sie zu etwas höherem und göttlichem bestimmt sind. Sie wussten auch, dass sie vor Gottes heiligem und gerechtem Zorn bewahrt werden, da sie kein Gericht mehr zu befürchten hatten.

Der Christ in der heutigen Zeit lebt auch nicht nur im Hier und Jetzt, sondern er rechnet ständig mit der Wiederkunft Jesu. All sein Tun und Handeln ist dieser Erwartung untergeordnet. Dies wirkt sich auch auf den Umgang mit Sorgen und Freuden aus.

Mit Blick auf dieses Ereignis nimmt Gott uns eine Menge Druck weg! Wie lange bin ich noch krank? Oder arbeitslos? Oder rastlos? Gedrungen von Erfolgszwang? Von ständigem Lernen? Wie lange gehen noch interne Querelen so weiter?

Mit Blick auf die Ewigkeit werden wir schwer getröstet, denn das, was wir hier leben und leisten müssen, ist nur ein Sekundenbruchteil der Ewigkeit bei Gott! Diese Gewissheit, die den Thessalonichern und uns gegeben wurde, trägt durch den teils mühseligen Alltag hindurch.
Die andere Gefahr der Thessalonicher bestand aber auch darin, dass einige faul waren, nix arbeiteten und auf Jesus warteten.
Denn wir hören, dass einige unter euch unordentlich wandeln, indem sie nicht arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben. (2. Thes 3,11) Das ist genau solch eine Verunehrung Gottes, wie völlige Gedankenlosigkeit mit Hinblick auf dieses Ereignis. Das Warten auf Jesu Kommen wiegt uns nicht in Passivität, sondern gibt unserem Handeln und Wirken Sinn, da alles der Ewigkeit und der herrlichen Erwartung untergeordnet ist.
Martin Luther soll mal gesagt haben: „Wenn morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“

Vielleicht überprüfen wir heute in der Routine und Hektik des Alltags einmal:
Wie sehr liegt mir Jesu Kommen und die darin gelebte Erwartungshaltung am Herzen?

ER kommt bald!