Andachten

Wer ist Jesus?

„ […] er [Jesus], der Ausstrahlung seiner [Gottes] Herrlichkeit und Abdruck seines [Gottes] Wesens ist und alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt, hat sich, nachdem er die Reinigung von den Sünden bewirkt hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt;“ (Hebräer 1,3)

In den ersten Versen, ja eigentlich in den ersten Kapiteln dieses Buches wird uns in besondere Art und Weise vor Augen gestellt, wer Jesus Christus ist. Für uns ist es vielleicht nicht so leicht nachzuvollziehen, dass die Juden, die an Jesus als ihren Messias glaubten, Probleme damit hatten, Jesus über Mose, Abraham,.. oder Engel zu stellen. Wie sehr die Juden diese Persönlichkeiten achteten, wird auch in der Begebenheit deutlich, in der Jesus mit den Pharisäern redet und diese sich, im Bezug auf ihre Errettung, darauf berufen, dass Abraham ihr Vater sei. Und weil die gläubigen Juden damit offensichtlich auch noch ein Problem hatten, schreibt der Hebräerbriefschreiber dieses, um ihnen zu zeigen, wer Jesus ist und wie hoch erhaben er über jedem Menschen oder irgend einer anderen Kreatur steht.

1. Jesus ist die Ausstrahlung der Herrlichkeit Gottes und der Abdruck Gottes Wesens. Jesus Christus war auch hier auf Erden der Abdruck des Wesens Gottes, auch wenn er äußerlich nicht als Gott auftrat. Wer ihn sah der sah den Vater (Joh 14,9). Ganz anders Abraham oder Mose, die durch und durch Menschen waren, als Sünder geboren wurden und auch dann noch Sünde in ihrem Leben begingen, nachdem sie Gott berufen hatte. Auch Jesus war Mensch, doch ohne Sünde und so konnte Jesus, als er auf dieser Erde lebte, Gott von ganzem Herzen, mit seiner ganzen Kraft und mit seinem ganzen Verstand lieben und das jede Sekunde seines Lebens. Etwas was wir, so glaube ich, nie in der Lage zu tun sein werden, bis wir in der Herrlichkeit bei ihm sein werden.

2. Jesus ist aber nicht nur die Ausstrahlung oder der Abdruck von Gottes Herrlichkeit bzw. Gottes Wesen, sondern Jesus ist Gott. Das erkennen wir daran, dass der Schreiber des Briefes Jesus eine Eigenschaft zuschreibt, die nur Gott hat, nämlich durch sein Wort Dinge zu schaffen und diese auch durch dasselbe zu erhalten. Kein Mensch kann von sich sagen, dass er diese Eigenschaft auch habe, kein Abraham und auch kein Mose, weil sie Menschen, somit Geschöpfe und damit automatisch Gott dem Schöpfer untergeordnet sind. Diese zwei Aspekte des Wesen Jesu zeigen, wie herrlich und unendlich hoch erhaben er über jedem Menschen steht. Das für sich genommen wäre schon Grund genug, um Jesus als Gott anzuerkennen, doch Jesus hat noch mehr getan.

3. Jesus hat das Opfer gebracht, dass von den Sünden reinigt und sich danach zur Rechten Gottes gesetzt. Jesus selbst war das Opfer, er selbst kam auf diese Erde, er selbst ging an das Kreuz und starb dort für dich und für mich. Er, der doch Gottes Herrlichkeit widerspiegelte, er, der selber Gott ist, kam um uns von unserer Strafe zu erlösen, die wir aufgrund unserer Sünden verdient hätten. Er schmeckte den Zorn Gottes, er trank den bitteren Kelch, damit wir vor diesem heiligen Zorn Gottes gerettet werden.
Ich kann mir so gut vorstellen, wie diese Verse den gläubigen Juden damals ein Trost waren, als ihre ungläubigen Volksgenossen kamen und mit Abraham und Mose prahlten. Getröstet und voller Zuversicht konnten sie erwidern: „Abraham und Mose waren nur Menschen, die Gott zwar auf wunderbarer Weise gebrauchte, die aber trotzdem irgendwann sterben mussten, weil sie immer wieder sündigten. Wir hingegen glauben an Jesus, den Sohn Gottes, an den Schöpfer und Erhalter des Universums, der uns von unserer Schuld erlöst und uns ewiges Leben geschenkt hat.“ Ich wünsche und hoffe, dass wir alle von ganzem Herzen in diesen Jubel mit einstimmen können.