Andachten

Das Wort Gottes – ein Richter der Gedanken und Gesinnung

„Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens; und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben.“ (Hebräer 4,12.13)

Nachdem der Hebräerbriefschreiber in den vorangegangenen Kapiteln den Juden, die an Jesus Christus als ihren Erretter glauben, aufgezeigt hat, wie viel erhabener Christus über Engel oder Mose oder sonst jemanden steht (da Jesus Gott ist), zeigt er nun in diesen beiden Versen das Wesen des Wortes Gottes auf, bevor er dann Jesus als den großen Hohepriester beschreibt.

In diesen zwei Versen werden uns eine Reihe von Eigenschaften genannt, die das Wort Gottes beschreiben. Das Wort Gottes ist lebendig, es ist wirksam und sehr scharf, sodass es Dinge trennt, die scheinbar untrennbar miteinander verbunden sind und zuletzt lesen wir davon, dass das Wort Gottes als ein Richter auftritt.
Warum wollte Gott den Hebräern durch diesen Brief diese Eigenschaften des Wortes Gottes vor Augen stellen? Und warum lohnt es sich auch für uns heute noch, wenn wir uns Gedanken über das Wort Gottes machen?
Johannes gibt uns in seinem Evangelium schon in den ersten Versen des ersten Kapitels die Antwort, denn Jesus Christus ist das fleischgewordene Wort Gottes. Das bedeutet also, dass jedes Mal, wenn wir in der Bibel lesen, wir nicht die Gedanken von irgendwelchen Menschen vor uns haben, sondern Gott selbst durch sein Wort spricht. Sollte uns diese Tatsache nicht ermutigen und uns dazu anspornen, täglich in der Bibel zu lesen? Nur wenn wir das tun, werden wir erfahren, dass das Wort lebendig und wirksam ist. Wenn du als Kind Gottes in der Bibel liest, wird sie dich verändern. Vielleicht merkst du es erst gar nicht, doch wird dein Handeln und dein Denken immer mehr von dem geprägt werden, was dem Willen Gottes entspricht. Manchmal mag das Reden Gottes auch schmerzhaft sein, wenn es uns zeigt, dass Dinge in unserem Leben nicht dem Willen Gottes entsprechen. Wenn es Dinge in deinem Leben von dir trennen will, an denen du noch so sehr hängst.

Doch warum ist gerade das Schneiden und Trennen des Wortes für uns so wichtig? Ich glaube ein wichtiger Aspekt ist jener, dass das Wort Gottes der Maßstab ist, an dem wir eines Tages gemessen werden. Nicht wir werden das Wort richten, sondern das Wort uns.
Das Wort wird einmal als Richter auftreten und nicht nur unsere Handlungen und unser Äußeres beurteilen, das wir ja mehr oder weniger gut kaschieren können, sondern es wir jeden einzelnen Gedanken, den wir im Geheimen denken, aufdecken und darüber ein Urteil sprechen. Es wird alles ans Licht gebracht, unser ganzes dreckiges und sündiges Wesen. Kein Mensch wird sich diesem Gericht entziehen, geschweige denn in diesem Gericht von sich aus bestehen können.

Doch Gott sei´s gedankt, endet der Hebräerbrief hier nicht, sondern lässt uns, vor dem Hintergrund dieses Gerichtes, Jesus als großen Hohepriester, in einem noch viel herrlicherem Licht erstrahlen. Wir, die wir von Jesus gerettet wurden, dürfen ihm heute dafür danken, dass wir in dem Gericht am Ende der Tage nicht mit unserer „Gerechtigkeit“ vor Gott erscheinen müssen, sondern mit der Gerechtigkeit des Christus, die dem Maßstab Gottes entspricht.