Andachten

Diener des besten Herrn (2): Zu vornehm für den Dienst im Werk Gottes?

Und daneben besserten die Tekoïter aus. Aber die Vornehmen unter ihnen beugten ihren Nacken nicht zum Dienst für ihren Herrn.
Nehemia 3,5b

 

Auch im zweiten Teil dieser Reihe geht es um eine Menschengruppe, die das Werk Gottes vernachlässigte. Nehemia war nach Jerusalem gekommen, um die Mauern der Stadt wieder aufzubauen, die viele Jahrzehnte zuvor von den Babyloniern zerstört worden war. Jerusalem – das religiöse Zentrum der Juden und die auserwählte Stadt des lebendigen Gottes – lag verwahrlost da. Nehemia gelingt es, das Volk zum Wiederaufbau der Mauern zu motivieren. Gleichzeitig tritt er dem Mischvolk aus Samaria und anderen Feinden Israels und Gottes hart entgegen. (Neh 2,20)

Man sollte meinen, unter dem Schutz des Königs von Persien könne das Werk nun optimal vorangehen.  Doch wieder einmal gibt es eine Gruppe die Probleme macht und die fehlenden Eifer an den Tag legt: es sind die Vornehmen unter den Tekoïtern. Vermutlich sahen sie es als unter ihrer Würde an, zusammen mit ihren „niedrigen Verwandten“ am Werk Gottes zu arbeiten. Jedenfalls rühren sie keinen Finger.

Wie schon im ersten Teil dieser Reihe sehen wir aber auch hier eine Gruppe mit besonderem Eifer. Es sind diejenigen unter den Tekoïtern, die nicht als vornehm galten. Vermutlich schämten sie sich für ihre Verwandten. Allerdings legen diese unbedeutenden und nicht vornehmen Tekoïter einen besonderen Eifer an den Tag. Nehemia hatte die Mauer in Abschnitte aufgeteilt und jede Arbeitergruppe baute an dem ihnen zugewiesenen Abschnitt (Kapitel 3). Die eifrigen Tekoïter ließen sich nicht von dem Stolz der Vornehmen Männer bremsen, sondern arbeiteten so schnell, dass sie sogar einen zweiten Mauerabschnitt wiederaufbauen durften (3,27).

Wie wunderbar ist es zu sehen, dass wir nicht die Handlungen der Menschen um uns herum nachahmen müssen. Gerade der Stolz und der Hochmut der Vornehmen Tekoïter, gab den „weniger Vornehmen“ die Chance, großes zu leisten im Werk des Herrn an Stelle derer, von denen sie hätten angeführt werden sollen. Heute kennt niemand die Namen derer, die damals dieses große Werk taten, doch wir können sicher sein, dass Gott den Eifer dieser Männer segnete, denn das tut er immer.

Was lehrt uns unser heutiger Vers? Nun, zunächst tadelt er unsere Bequemlichkeit und Lässigkeit bezüglich des Werkes des Herrn hart. Wenn du dich nicht in das Werk des Herrn integrieren lässt und hart arbeitest, dann wird ein anderer deine Arbeit tun müssen. Bist du zu vornehm um zu dienen? Doch andererseits finden wir in den verbleibenden Tekoïtern ein großes Vorbild. Sie ließen sich nicht entmutigen von ihren „feinen“ Verwandten, sondern arbeiteten eifrig und beständig. Zu welcher Gruppe gehörst du?

Die treuen Männer Gottes werden ihren Lohn niemals verlieren, nein, unser Gott wacht persönlich darüber, uns seinen Lohn für die Arbeit in seinem Werk zu geben, unabhängig davon welche Arbeit wir tun (Mt 10,42). Bist du zu vornehm für den Dienst des besten Herrn?

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