Andachten

Merkmale eines gesunden Christen: Gemeinschaft (10/10)

Jetzt aber, da Timotheus von euch zu uns gekommen ist und uns die gute Botschaft von eurem Glauben und eurer Liebe verkündet hat und dass ihr uns allezeit in guter Erinnerung habt, indem euch sehr verlangt, uns zu sehen, wie auch uns euch. (1. Thes 3,6)

Die Onlineplattform der ZEIT veröffentlichte im April 2012 einen relativ zynischen Artikel unter der Überschrift:
Der Mensch ist manchmal ein Herdentier, und die Herde gibt Sicherheit.
Hierbei ging es um das Verhalten von Menschen in der Masse. Man traue sich hierbei der Herde mehr zu, man sei ungehaltener und man tendiere zur Anpassung an das Gruppenverhalten, um ja nicht aus der Reihe zu tanzen.

Doch ist es denn immer negativ, sich in der Masse wiederzufinden?
Keinesfalls! Ein „Herdentier“ oder schöner und zutreffender ausgedrückt, ein „Mensch in Gemeinschaft“ ist die ureigene Normalität, in der Gott uns erschaffen hat, zur gegenseitigen Sozialisation, Erziehung, Prägung und eines wohlgefälligen Zusammenlebens.

Die Thessalonicher lebten diese Gemeinschaft in einer äußerst vorbildlichen Art und Weise aus! Ihre Gemeinde bestand sehr wohl aus Einzelnen, jedoch nicht aus Einzelgängern! Doch was zeichnete ihre Gemeinschaft aus?

Timotheus kam und berichtete Paulus und den Gläubigen von der Liebe der Thessalonicher. Sie hegten aufgrund des gemeinsamen Zeit gute Erinnerungen und freuten sich, ja sie verlangten förmlich, Paulus und Timotheus wieder zu sehen.

Paulus brannte selbst danach! Er wusste was es bedeutet, eine Schar von Gleichgesinnten betend und segnent hinter sich zu haben. Durch dieses Bewusstsein war er immer dort zuhause, wo Gläubige den selben Herrn priesen.

Bei unseren Ortsgemeinden spricht man häufig vom „Gemeindehaus“. Ein Haus ist per se nicht dafür konzipiert, dass man es alleine füllt (was man ohnehin nicht vermag), sondern zielt auf gelebte Gemeinschaft ab. Somit ist Gottesdienst immer auch Gemeinschaft!

Ein gesunder Christ zeichnet sich somit durch den Wunsch nach Gemeinschaft aus. So wie man tendenziell lieber mindestens zu zweit Events wie Kino, Stadion oder McDonald’s aufsucht, so sollte das Begehren dahingehend sein, mit Gleichgesinnten Gott zu loben, anzubeten und Sein Wort zu betrachten.

Im Hebräerbrief finden wir fünf kurze Vorrechte, die man in einer Gemeinschaft mit Gläubigen hat, welche unweigerlichen Nutzen und Verantwortung mit sich bringen.

Da heißt es:
Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlung, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht. (Hebr 10,23-25)

Zusammengefasst finden wir hier folgende Vorrechte, die einer Gemeinschaft entspringen.
1. Hoffnung tanken – Du wirst selbst erbaut!
2. aufeinander acht haben – Du lernst Verantwortung!
3. Liebe üben – Du erfüllst das größte Gebot!
4. zu guten Werken animieren – Du tust Gutes im Team!
5. Ermutigung – Du bist anderen hilfreich in schwierigen Lebensphasen!

Erfreust du dich – so wie einst Paulus auch – an der Gemeinschaft mit gläubigen Geschwistern? Sicherlich ist dies nicht immer der Fall! Wir sind alle Menschen, die in Konflikte schlittern oder mal unzufrieden mit der Situation sind. Aber genau das ist die Herausforderung: Gotteskinder, für die Christus starb sollen unser Umfeld bilden. Deswegen sehnt sich ein gesunder Christ im Bewusstsein dessen, dass Christus auch für schwierigere und unangenehmere Kinder starb, elementar nach Gemeinschaft, weil er alleine nicht die Vorzüge die die Thessalonicher erlebten und der Hebräerbriefschreiber aufzeigt, erleben kann!