Andachten

Dein König kommt … (2/24)

Joseph aber, ihr Mann, indem er gerecht war und sie nicht öffentlich zur Schau stellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen. Indem er aber solches bei sich überlegte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Joseph, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen; denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geiste. (Matthäus 1,19.20)

Der wunderbare Bericht von der Ankunft (Advent) des König der Könige, seines Kommens in diese dunkle Welt, geht weiter mit einem Einblick in den heldenhaften Charakter Josephs. Der gerechte Joseph beweist durch sein Verhalten große Liebe zu seiner Verlobten Maria. Sein Verhältnis zu ihr baute nicht auf Schmetterlingsgefühlen auf sondern er war bereit, aus echter Liebe zu ihr, die Verlobung heimlich aufzulösen. Er wusste damals noch nicht, dass das Kind in Maria vom Heiligen Geist war und musste denken, dass Maria ihm untreu geworden war. Das muss ihn auch sehr traurig gemacht haben. (Man stelle sich vor, die eigene Freundin, mit der man noch nie geschlafen hat, behauptet einfach vom Heiligen Geist schwanger zu sein, obwohl ob es nie zuvor sowas gegeben hat.) Doch statt sie der öffentlichen Schande preiszugeben – für diese Art von Ehebruch hätte Maria gemäß dem mosaischen Gesetz gesteinigt werden müssen (vgl. 5. Mo 22,23.24) – plant er etwas eigentlich sehr edelmütiges, was ihm auch ernsthafte Probleme hätte einbringen können, hätte man den Grund für seine heimliche Scheidung herausgefunden.
Doch so edel dieses Verhalten auch ist, Gott hatte andere Pläne. Durch einen Engel wird ihm bestätigt, was Maria ihm davor sicherlich auch schon weismachen wollte: das in ihr Gezeugte war vom Heiligen Geist – ein übernaturliches Phänomen, das in der ganzen Menschheitsgeschichte noch nicht ein einziges mal vorgekommen ist.

Gott spricht dem gerechten, edel gesinnten Joseph durch einen seiner Engel Mut zu und sagt ihm, dass er sich nicht fürchten braucht, Maria zu sich zu nehmen. Spurgeon kommentiert den Vers 19 mit folgender Anwendung: Wenn wir etwas Strenges tun müssen, laßt uns die zarteste Weise wählen. Mag sein, daß wir gar nicht nötig haben werden, es zu tun. Lasst uns von Joseph dies lernen und so umsichtig und liebevoll handeln auch wenn wir das gute Recht haben, Härte walten zu lassen. Joseph lehrt uns durch sein edles Verhalten, auch schwierige Dinge auf eine sanftmütige Art zu erledigen. Aus der Haut zu fahren und einen vermeintlich gerechtfertigten Zorn an den Tag zu legen, entspricht nicht der christlichen Manier. Denn Gott selbst ist sanftmütig und langsam zum Zorn.

Desweiteren können wir später sehen, dass Joseph auf den Engel hört. Gottes Offenbarung an ihn hat ihm genügt. Er war gehorsam. Wie sehr muss ihn das göttliche „Fürchte dich nicht!“ getröstet haben. Es hat ihm genügt und ihn zu einer Reihe von mutigen Heldentaten bewegt. Gott fordert nicht einfach Gehorsam ohne uns feste Zusicherungen zu geben uns zu erklären, dass wir ihm in allem vertrauen dürfen auch es scheint, also würde uns es alles kostet, seinen Befehlen zu gehorchen. Auch uns gilt das „Fürchtet euch nicht!“, denn wir sind seine geliebten und gewertschätzten Kinder (vgl. Lk 12,7). Lasst am Beispiel von Joseph lernen, dass der Trost, den Gott uns schenkt, ausreicht, wenn es darum geht, Gottes Willen zu tun und ihm zu gehorchen.