Andachten

Dein König kommt … (4/24)

„Dies alles geschah aber, damit erfüllt würde, was von dem Herrn geredet ist durch den Propheten, der spricht: „Siehe, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Emmanuel nennen“, was übersetzt ist: Gott mit uns.“ (Matthäus 1,22-23)

Der Evangelist Matthäus beschreibt die Geschehnisse rund um die Geburt Jesu nicht sonderlich ausführlich. Dies hatte auch einen recht einfachen Grund: Er wollte lediglich den Juden belegen, dass alles, was mit Jesus geschah, schriftgemäß war. Er wusste, dass die Juden und Schriftgelehrten die Jesus ohnehin ablehnten in den Rollen des Alten Testaments beheimatet waren. Sie kannten sich hervorragend aus und wussten auch mit dem Zitat aus dem Propheten Jasaja etwas anzufangen!

Matthäus zeigt auf, wieso Jesus unter diesen Umständen geboren werden musste:
Damit Gottes Plan und somit Sein Wort in Erfüllung gehen!

Als dieses Zitat verfasst wurde, befindet sich Israel nämlich am Tiefpunkt seiner Geschichte. Das Maximum an Gottlosigkeit und Sündhaftigkeit ist erreicht. Schlimmer gehts nicht. 700 v. Chr., Ahas, ein böser König, herrschte im Süden Judas. Er betrieb schlimmsten Okkultismus, opferte seine Söhne und praktizierte unter jedem grünen Baum Götzendienst (2. Chr 28,4). Daraufhin rückt der gottlose König Pekach aus dem Nordreich Israels & König Rezin aus aramäischen Damaskus nun zum Krieg gegen das Südreich Juda unter König Ahas aus. 120.000 Männer von Ahas fallen, 200.000 Frauen & Kinder werden in Gefangenschaft nach Aram (Syrien) gebracht, die Beute kam nach Samaria in den Norden.

Später fallen dann noch die Edomiter und Philister im Süden Juda ein. Ahas ist verzweifelt, fassungslos! Doch statt auf Jesajas Aufforderung sich zu demütigen zu verlassen (Jes 7), geht Ahas einen teuflischen Pakt mit den Assyrern ein: Er verbündet sich gegen das Nordreich Israels (Sebulon & Naphtali) mit dem assyrischen König Tiglat-Pileser, dafür muss er jedoch die Tempelschätze abdrücken und opfert unter diesem Einfluss im Tempel Gottes den Götzen! Detailliert wird berichtet, wie alles Gottgebotene aus dem Tempel entfernt wird und Platz für die Götzen der Assyrer gemacht wird. Was für ein Schlag ins Angesicht Gottes! Der Sieg gegen den Norden gelingt zwar, der gottlose König Pekach im Norden wird getötet, aber der Preis ist hoch: man hat sich an die Assyrer verkauft! Der Norden zerstört, gottlos, niedergeschlagen. Der Süden von sich selbst an Assyrien verraten, überall Gottlosigkeit, Schutt, Asche, Elend. Der Tiefpunkt in Gottes Land wurde erreicht!

Genau in dieser Finsternis, ohne Perspektive und ohne Licht am Horizont, gibt Gott eine Verheißung: Die Jungfrau wird schwanger und ihr Sohn wird Immanuel heißen, Gott wird mit euch sein! Welch gradiose, hoffnungsvolle und ermutigende Zusage in der Dunkelheit!

Vielleicht denken wir, dass es heute nicht mehr so gottlos und ungesittet zugeht, als in den rauen Zeiten 700 Jahre vor Jesu Geburt. Doch es ist keineswegs besser geworden, höchstens anders! Kinder werden zwar nicht mehr auf Altären geopfert, sondern bereits im Mutterbauch auf dem Altar der Selbstbestimmung. Ebenso beten wir keine Götzen aus Gold mehr an, jedoch basteln wir uns ein Gottesbild zusammen, welches uns dienlich ist.

Prediger 7,10 warnt uns eindrücklich davor zu behaupten, dass es früher besser war als heute: „Sage nicht: Wie kommt es, dass die früheren Tage besser waren als diese? Denn nicht aus Weisheit fragst du danach.“ So wie es nicht besser war, war es auch nicht schlimmer! Die heutige Generation ist genau so erlösungsbedürftig, wie vor 2700 Jahren, deswegen sind die heutigen Verse genau so präsent wie zur Zeit Ahas vor 2700 Jahren, zur Zeit Jesu vor 2000 Jahren – und auch heute im Jahr 2017!

Somit dürfen wir erkennen und glauben:

1. Jesu Geburt war keine Notlösung, sondern ein göttlicher Plan der verheißen wurde, damit die Finsternis, die zu allen Zeiten nach dem Sündenfall gleichermaßen präsent war, durch das göttliche Licht durchbrochen wird!

2. Dieses göttliche Licht in der Finsternis ist „uns“ bestimmt, denn Jesu Name lautet „Gott mit uns“. Wer ist hier mit „uns“ gemeint? Es sind ausschließlich diejenigen, an denen Gott durch Christus Wohlgefallen gefunden hat (Lk 2,14). Christus wird nur mit und für die jenigen sein, die vom Vater zu ihm hingezogen wurden (Joh 6,44). Für alle anderen wird er Richter sein. (Joh 5,22)

Kannst du sagen, dass dieser Immanuel auch für dich kam und du im Erlösungsplan Gottes gefunden wirst? Wohldem, der dies in finsterner Nacht wissen und glauben darf, denn ihm wird in Ewigkeit Gottes Licht scheinen!