Andachten

Dein König kommt … (5/24)

„Joseph aber, vom Schlaf erwacht, tat, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich; und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn geboren hatte; und er nannte seinen Namen Jesus.“ (Matthäus 1,24.25)

Auch in diesen Versen sehen wir, wie vorbildlich Joseph lebte. Das wird an zwei Handlungen Josephs deutlich, die er vollzieht, nachdem er vom Schlaf erwacht. Er tut genau das, was der Engel des Herrn ihm befohlen hat:

Zuerst nimmt Joseph Maria als seine Frau zu sich, ohne sie zu erkennen, bis zu dem Zeitpunkt als Jesus geboren war.
Warum wird hier ausdrücklich erwähnt, dass Joseph und Maria keinen Geschlechtsverkehr hatten, bis Jesus auf die Welt kam? Warum war es so wichtig, dass Joseph genau die Anweisungen Gottes befolgte, ohne davon abzuweichen?
Ich glaube, wenn Joseph Gott nicht gehorsam gewesen wäre, also wenn er sich z.B. still und heimlich davon gemacht hätte, dann wäre eine große Unwissenheit darüber entstanden, wer nun der Vater des Kindes ist. Und da, in der damaligen Kultur das Wort einer Frau als Zeuge nichts zählte, war es um so wichtiger, dass Joseph als Mann nicht das tat, was ihm in seinen Augen als richtig erschien, sondern auf Gott und seinen Plan vertraute, um so den Menschen in ihrem Umfeld das weiterzusagen, was der Engel des Herrn ihm anvertraut hatte. Uns Menschen, die wir ca. 2000 Jahre nach dieser Begebenheit leben, wie auch den Zeitgenossen Jesu, wird auch an anderen Stellen bestätigt, dass Jesus nicht der leibliche Sohn des Joseph ist. In vielen Gesprächen, die Jesus mit den Pharisäern führte, wie in Johannes 8,37 ff. betont Jesus, dass Gott sein Vater ist und ihn auf die Erde gesandt hat. Doch leider glaubten die meisten der Zuhörer Jesus und seinen Worten nicht. Doch uns möchte dieser Text neu ermutigen für diese Wahrheit einzustehen:

Jesus Christus ist Gottes Sohn!

Und dann, als Jesus geboren war, befolgt Joseph auch den zweiten Teil des Gebotes, denn er nannte das Kind, das nicht sein eigenes war, Jesus, was übersetzt der Herr ist Rettung bedeutet. Das ist deshalb bemerkenswert, da es früher der Brauch war, dass der Erstgeborene den Namen des Vaters erhielt. Das wird z.B. an der Namensgebung des Johannes des Täufers deutlich, als die Verwandten und Nachbarn kommen, das neugeborene Kind nach dem Vater benennen wollen und dann sehr erstaunt sind, als sowohl Elisabeth, als auch Zacharias auf den Namen Johannes für das Kind bestehen. Und erneut zeigt uns Joseph, dass echter Glaube auch in Gehorsam mündet, da er entgegen den üblichen Gewohnheiten das Kind nicht Joseph, sondern Jesus nennt. Obwohl Joseph mit Sicherheit nicht alles verstand, was es mit diesem Kind auf sich hat und warum sein Name unbedingt diese Bedeutung haben soll, glaubte und gehorcht er trotzdem dem Wort Gottes.
Diese zwei Verse wollen uns in unserer Nachfolge ermutigen, auch in schwierigen Situationen Gott und seinem Wort zu glauben und zu gehorchen, besonders dann, wenn wir Gottes Reden auf den ersten Blick nicht verstehen.