Andachten

Dein König kommt … (9/24)

Und er versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. (Matthäus 2,4)

Herodes, der mächtige Herrscher, lässt sich theologisch weiterbilden und holt sich dazu die besten Lehrer jener Zeit an den Hof. Doch Herodes bleibt immer noch Herodes, ein machtbesessener Despot, dem nichts zu schade ist, um seine Herrschaft aufrechtzuerhalten und der problemlos über Leichen geht. Das Wort Gottes, von dem er durch die Schriftgelehrten unterwiesen wird, richtet bei ihm nichts Gutes aus. Er kommt nicht zu der Einsicht, dass es sich bei dem neugeborenen König um Gott selbst handelt, der sich entäußert und Mensch wird. Nein, er wird etwas unvorstellbar grausames tun und das biblische Wissen, das er vermittelt bekommt, hilft ihm sogar dabei.

Manche Menschen können vielleicht die beste und zuverlässigste biblische Belehrung bekommen und ihre Augen werden doch nicht geöffnet. Sie erkennen den Christus durch das Lesen der Bibel nicht, obgleich doch die Schriften von ihm zeugen (vgl. Joh 5,39). Herodes wird zu einem erschreckenden Beispiel dafür, was mit den Menschen passiert, die vielleicht sehr viel über Christus wissen, sich aber nicht seinem Willen bzw. seiner Herrschaft unterwerfen und ihr eigener Herr bleiben wollen, die über die Königsherrschaft eines anderen erschrecken. Ein christlich erzogener Mensch mag die Bibel beinahe auswendig kennen, aber wenn sein steinernes Gott-verachtendes Herz nicht durch Gottes übernatürliches Eingreifen zu einem fleischernen Herzen gemacht wurde (vgl. Hes 36,26), ist alle biblische Unterweisung vergeblich.

Genauso wenig, wie die intensive Auseinandersetzung mit Gottes Wort und mit der Person Jesu Christi keine Belehrung garantiert, können auch wiedergeborene Christen das Wort Gottes hingegeben studieren und doch nichts davon umsetzen, was sie lesen. Nur in der Abhängigkeit des Heiligen Geistes und durch das “An-Christus-Bleiben” (vgl. Joh 15), kann Wachstum und Veränderung stattfinden. Wir sind auch in der Heiligung von Gottes Gnade abhängig und können nicht durch eigene Anstrengungen, gute Früchte produzieren. Lasst uns uns dieser Abhängigkeit von Gott und der Herrlichkeit seiner großen Gnade, durch die wir errettet wurden und durch die wir auch verändert werden dürfen, bewusst werden und ihm für sein souveränes Eingreifen in unser Leben danken. Denn von Natur aus waren wir genauso so tot in unseren Sünden (vgl. Eph 2,1) wie der grausame Herodes und wir hätten das selbe Potenzial zur Sünde in uns.