Andachten

Dein König kommt … (10/24)

„Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa; denn so steht durch den Propheten geschrieben:“ Matthäus 2:5

Ich weiß nicht, ob die Schriftgelehrten sich über das Interesse des Herodes freuten. Herodes war ein gottloser Mörder, der religiöse Aktivität benutzte um bei den Juden zu Punkten (z.B. den Ausbau der Tempelanlage). Ich glaube jedoch nicht, dass die Schriftgelehrten lange überlegen mussten, um ihre Antwort zu geben. Der Geburtsort ihres Messias, des langersehnten, kannten sie wahrscheinlich nur zu gut. Sie glaubten Gottes Ankündigungen und gaben diese freimütig weiter.

Wie traurig ist jedoch zu wissen, dass weder Herodes noch die Schriftgelehrten Jesus richtig einschätzen. Herodes sieht die Bedrohnung, die er beseitigen muss, die Schriftgelehrten warten schon so lange, dass sie nichts mehr aus der Fassung bringt. Von Jesus sagen sie später „wir wissen woher er ist“. Sie werden ihm nicht glauben, da sie nicht um Jesu Geburt zu Bethlehem wissen.

Wiederum sehen wir, dass das Wissen um Gottes Zusagen und Verheißungen noch keinen Gläubigen ausmacht. Herodes wird Schreckliches tun, die Lehrer des Gesetzes werden ihren Messias hassen, weil er ihnen die Wahrheit sagt. Zwischen diesen Ereignissen und der Ablehnung Jesu durch die religiöse Elite liegen noch etwa 30 Jahre. Dennoch bin ich mir sicher, dass einige Hohen Priester und Schriftgelehrten beide Ereignisse erlebten.

An einigen von ihnen zeigte Gott jedoch tiefes Erbarmen und schenkte auch ihnen Glauben, wie wir in der Apostelgeschichte lesen können. Nur kurze Zeit nach Jesu Auferstehung sehen wir:

Und das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger in Jerusalem mehrte sich sehr; und eine große Menge der Priester wurde dem Glauben gehorsam. (Apg 6,7)

Viele der Schriftgelehrten und Hohen Priester, belehrten Herodes mit einem kalten und ungläubigen Herzen. Anstatt dass ein Brennen in ihnen angefacht wurde und sie sich auf die Suche nach dem geborenen Knecht Gottes machten, blieben sie still und untätig. Dennoch erweist sich an vielen von ihnen über 30 Jahre später Gottes überreiche Gnade und sie kommen zum Glauben an Jesus. Wenn Gottes Zeit gekommen ist, beginnt er zu wirken. Noch war Jesu Auftreten nicht öffentlich geworden, noch war Gottes Geist nicht auf Erden. Doch als Gottes Zeit gekommen war, kümmerte er sich um die Seinen – auch um die Seinen unter den Priestern und Schriftgelehrten, die ihn zuvor ablehnten.

Danken wir heute Gott dafür, dass er sein Wort und den rettenden Glauben in den Seinen lebendig werden lässt!