Andachten

Dein König kommt … (11/24)

„Und du, Bethlehem, Land Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas, denn aus dir wird ein Führer hervorkommen, der mein Volk Israel hüten wird.“ (Matthäus 2,6)

Die Schriftgelehrten und Hohepriester, die vom König Herodes gerufen wurden, wussten natürlich, wo dieser gesuchte König der Juden zu finden sei, denn sie kannten sich im Alten Testament sehr gut aus. Manche von ihnen konnten Teile des Alten Testaments sogar auswendig und deshalb ist es um so verblüffender, dass sie diese wichtige Stelle, die immerhin auf den kommenden Messias hinwies, falsch zitierten. Diese Bibelstelle steht in Micha 5,1.3 und müsste korrekterweise so heißen:

Und du, Bethlehem Efrata, das du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her. […] Und er wird auftreten und seine Herde weiden in der Kraft des Herrn, in der Hoheit des Namens des Herrn, seines Gottes. […]

Was sagt dieser Umstand über das Verhältnis der jüdischen Schriftgelehrten zu diesem Messias aus?
Sie glaubten nicht daran, dass der, im Alten Testament verheißene und eigentlich sehnsüchtig von den Juden erwartete Messias, von göttlicher Natur sein wird, geschweige denn Gott selbst, da sie die Passagen, die auf seine Gottheit hindeuten, weggelassen haben. Dieser geborene König, dessen Ursprünge von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her sind, war für sie nur irgendein Herrscher, ein König, der in Israel regieren wird. Doch das er dieses in der Kraft des Herrn tun wird, hielten sie für nicht erwähnenswert.

Wie traurig ist es, wenn man Menschen sieht, die so viel wissen, die vielleicht die Bibel lesen und sie auch zitieren können und doch nicht die Wahrheit erkennen. Die nicht begreifen, dass Jesus Christus nicht bloß ein guter Lehrer oder Weltverbesserer war, sondern der Gott der Ewigkeit, das fleischgewordene Wort Gottes, durch welches alles geschaffen wurde.
Wieso bin ich mir da so sicher, dass die Schriftgelehrten und Hohepriester nicht die richtige Erkenntnis von ihrem Messias Jesu Christus hatten? Sie glaubten dem Wort Gottes nicht, denn wenn sie geglaubt hätten, dann wären sie noch zur selben Stunde aufgebrochen, um diesen König aller Könige zu suchen, anzubeten und ihm zu dienen.

Doch richten wir unseren Blick nun auf unser eigenes Leben. Wie sieht es da bei uns aus? Verhalten wir uns nicht auch oft so, wie diese Schriftgelehrten? Obwohl wir viel wissen und uns in Gottes Wort gut auskennen, fehlt es mir, wenn ich mein Leben betrachte, oft an dem Glauben gegenüber Gottes Versprechen und folglich auch an dem, daraus resultierenden Gehorsam.
Mögen wir uns auch heute wieder neu prüfen, wo wir Jesus Christus in unserem Leben nicht als den anerkennen und verehren, der er wirklich ist, nämlich als Erlöser und Herr, als Schöpfer und Erhalter des ganzen Universums, der ewig ist und der eines Tages für alle sichtbar als König herrschen wird.