Andachten

Dein König kommt … (18/24)

„Als sie aber hingezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und fliehe nach Ägypten, und bleibe dort, bis ich es dir sage! Denn Herodes wird das Kind suchen, um es umzubringen. Er aber stand auf, nahm das Kind und seine Mutter des Nachts zu sich und zog hin nach Ägypten.“ (Matthäus 2,13.14)

Nachdem sich Gott um die Weisen oder Magier aus dem Morgenland gekümmert hat, sorgt er nun dafür, dass auch Joseph, Maria und Jesus vor dem grausamen Handeln des Herodes bewahrt werden. Bemerkenswert ist, dass Gott den Magiern, die offenkundig Heiden waren und somit nicht zum Volk Gottes – den Juden gehörten, auf die gleiche Art und Weise seinen Willen offenbart, wie er es mit Joseph tat. Ja, es stimmt, dass das Volk Israel von Gott auserwählt wurde, dass sie, durch die Tatsache, dass sie das Gesetz von Gott bekommen hatten, eine besondere Stellung einnehmen und doch sehen wir immer wieder, wie sich Gott in seiner Gnade auch Menschen außerhalb des Volkes zu erkennen gibt und ihnen seinen Willen kundtut. Ein anderes prominentes Beispiel ist auch der König von Salem, der Abraham nach der Schlacht gegen die vier Könige entgegenzieht um ihn zu segnen. Auch von ihm wird gesagt, dass er ein Diener Gottes des Höchsten war (1.Mo 14,18).

Auch Joseph wird von Gott durch einen Engel, der ihm im Traum begegnet, gewarnt, indem Gott dem Joseph Einblicke in die Zukunft gewährt. Hier kommt die Allwissenheit und Gottes souveränes Handeln deutlich zum Vorschein. Gott wusste, was Herodes tun würde, er kannte dessen Plan, Jesus suchen und umbringen zu lassen, noch bevor Herodes ihn selbst gefasst hatte und kann deshalb in die Geschichte eingreifen. Kein Mensch, auch nicht der Teufel kann Gottes gefassten Ratschluss verhindern oder zunichte machen. Was immer sich Gott vornimmt, das wird er auch tun und das darf uns auch heute 2000 Jahre später ein Trost sein, wenn wir uns bewusst machen, wie mächtig unser Herr und Gott ist.

Die Reaktion des Joseph ist für jeden von uns äußerst vorbildlich, denn er gehorcht Gottes Aufforderung und das sofort. Noch in der selben Nacht (ich gehe mal davon aus, dass Gott ihm in dieser Nacht im Traum begegnet war) steht Joseph auf, nimmt Jesus und dessen Mutter (wiederum ein deutlicher Hinweis, dass Joseph zwar Marias Mann aber trotzdem nicht der Vater Jesu war) und zieht nach Ägypten hinab. Joseph hätte auch seine Bedenken äußern können, dass es nicht gut für Maria und das kleinen Baby sei, so eine weite Reise zu unternehmen. Er hätte auch an der Dringlichkeit der Aufforderung zweifeln können, denn noch sah man keine Soldaten, die nach einem kleinen Kind suchten und somit hätte er auch alles auf morgen, nächste Woche,… verschieben können.
Doch wir sehen nichts davon, im Gegenteil, denn Josephs Reaktion war sofortiger Gehorsam. Er vertraute Gott und handelte dementsprechend.

Wir haben Gottes Willen für unser Leben in Gottes Wort geoffenbart und wir dürfen Gott um Weisheit bitten, dass wir ihn auch erkenne mögen, doch dann sollten wir nicht da stehen bleiben, sondern zur Tat schreiten, denn nur der ist ein kluger Mann/ eine kluge Frau, der/die das Wort hört und dann auch tut (vgl. Mt 7,24ff.).