Andachten

Dein König kommt … (20/24)

„Da ergrimmte Herodes sehr, als er sah, dass er von den Weisen hintergangen worden war; und er sandte hin und ließ alle Jungen töten, die in Bethlehem und in seinem ganzen Gebiet waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erforscht hatte.“ (Mt 2,16)

Herodes der Große – so „groß“ dass er sich in bestialischster Art an den Kleinsten vergeht! Diesem Machtmensch war jedes Mittel zur Festigung seines Thrones recht: Erst setzte er seinen 16-jährigen Schwager Aristobulos als Hohepriester ein, ein Jahr später ließ er ihn hinrichten, weil er ihm zu beliebt wurde. Herodes wollte selbst beliebt werden und senkte die Steuern um 25%, was völlig unwirtschaftlich war. Damit jedoch nicht genug: Er ließ etliche seiner 10 Frauen hinrichten und auch drei seiner Söhne, immer aus Angst, man könnte an seinem Stuhl sägen. Der kleinste Verdacht genügte, um gehenkt zu werden. Sogar Kaiser Augustus sagte: Es ist besser Herodes’ Schwein (hyn) zu sein als sein Sohn (hyion). (Wortspiel)

Die Bibel berichtet uns ansatzweise – und auch in der Prophetie (vgl. 2,18) – wie barbarisch es zur Zeit der Geburt Jesu zuging: Blutrünstig, weil Machtversessenheit im Spiel ist.
Herodes und die Führung Gottes, wie wir es in den vergangenen Andachten immer wieder lesen durften, sind uns wunderbare Lektionen darin: Gott ist es der Posten verteilt und sie nimmt, der einsetzt und absetzt, der gibt und der nimmt. Gott steht über allen Entscheidungen, was unsere „Entdeckungen“ betrifft, wo wir eingesetzt werden. Sei es in der Jugendarbeit oder im Predigtdienst, als Solist im Chor, als Ältester, in der Abteilung der Arbeit oder auch sonst wo. Es ist menschlich und normal, dass wir uns „erfolgreich entwickeln“ wollen. Dieses Bestreben ist auch gesund und gut, schließlich hat Gott uns dies eingepflanzt.
Aber über alledem müssen wir uns dringend bewusst werden: Gott ist es, der uns in Positionen führt! Wenn wir uns selber Macht und Einfluss anhäufen wollen, dann kann dies in einem Fiasko enden, wie Herodes es tat und niemals mehr heraus kam! Sicherlich begehen wir kein Massaker, aber der tiefe Unfriede in unseren Herzen, die herbe Enttäuschung in unserem Innersten lähmen uns brauchbar für Gott und sein Werk zu sein.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herodes anbetracht der Umstände klar denken und vernünftig regieren konnte! Zu besessen war er von dem, wo ER sich sieht – und nicht wo GOTT ihn sieht!

Liebe Freunde, die Welt kämpft sich mit Ellenbogen voran, Herodes mit dem Schwert. Wir jedoch wollen uns darauf verlassen und damit begnügen:

„Er ändert Zeiten und Fristen, er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen Weisheit und Erkenntnis den Einsichtigen.“ (Dan 2,21) Was für ein Trost!

Wir müssen uns nicht unsere Posten und Macht erkämpfen – denn wenn Gott uns irgendwo haben will, dann kommen wir dort auch hin.