Andachten

Dein König kommt … (22/24)

Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Ägypten und spricht: Stehe auf, nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und ziehe in das Land Israel; denn sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben trachteten. (Matthäus‬ ‭2,19.20)

Die Gefahr, die von dem brutalen und skrupellosen Herodes ausging, war nun aus der Welt. Es ist bemerkenswert und schön zu sehen, wie Gottes Engel sich beständig um Joseph, Maria und den zukünftigen Retter der Welt sorgen und Joseph Weisung geben. Spurgeon wies darauf hin, dass sich nun zum zweiten Mal ein Joseph aus Ägypten um das Wohl Israels sorgt. Die hilfsbedürftige Situation der Israeliten war beim ersten Mal „nur eine Hungersnot“, doch diesmal ging es um die Rettung von Israels Sünden. Auch uns, seine erlösten Kindern, will er führen und leiten, um seine Ziele mit uns zu verwirklichen – vielleicht nicht in so offensichtlichen Zeichen und durch Engel, doch ebenfalls durch sein unfehlbares Wort.

Die Engel formulieren den Auftrag an Joseph mit den Worten „nimm das Kindlein und seine Mutter“ nicht „deine Frau und euer Kind“. Es geht bei allem, auch in dieser spannenden Geschichte um Jesus Christus. Die Engel Gottes wissen das und nennen ihn zuerst. Eine Angewohnheit, die wir uns auch zu eigen machen können, Christus zuerst zu nennen, immer zuerst an ihn zu denken, ihm den ersten Platz in allem einzuräumen, auch im „Reden unseres Mundes und im Sinnen unseres Herzens, damit es wohlgefällig vor Gott ist“ (vgl. Ps 19,15).

Nun sind die, die dem Kindlein nach dem Leben trachten, tot. Herodes, der mächtige Diktator, der ein Baby umzubringen versuchte, das nur von zwei armen Bauerneltern beschützt wird, ist nun selbst tot – welch peinliche Ironie. Doch das zeugt von der großen Macht Gottes, der sich gerne durch das Schwache verherrlicht und dem nichts zu wunderbar ist. Auch wenn manche Dinge oder Menschen, die unsere Existenz, unsere Lebensfreude, unseren Frieden oder andere Gaben Gottes in unserem Leben bedrohen, mächtig scheinen, Gott steht über ihnen und schafft zu seiner Zeit auch den Ausgang, der ihm gefällt.