Andachten

Die Sprüche: Vorschau

Sprüche Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel, … (Sprüche 1,1)

Zum Auftakt des neuen Jahres stecke ich mir ein ambitioniertes Ziel. Es soll in meinen nächsten einhundert Andachten, also in den nächsten zwei Jahren um die Sprüche Salomos gehen. Es ist mir ein Anliegen geworden, möglichst ausbalanciert zu lesen und auch zu schreiben. Und da ich mich in den letzten Jahren verstärkt mit Themen und Bibelbüchern befasst habe, die einen gewissen theologischen Tiefgang haben und die Grundlagen des christlichen Glaubens darlegen, möchte ich nun auch der christlichen Lebensführung besondere Aufmerksamkeit widmen. An dieser Stelle möchte ich jedoch erwähnen, dass ich der Überzeugung bin, dass jede Trennung von sogenannter Theorie und Praxis künstlich vorgenommen wird. Die Bibel und der darin geoffenbarte Wille Gottes kann nicht in Theorie und Praxis, Theologie und Lebensführung aufgespalten werden. Diese zwei Bereiche, die ich lieber mit Denken und Handeln beschreibe, sind immer aufeinander bezogen und beeinflussen sich gegenseitig. Rechtes Denken, rechtes Glauben, saubere Erkenntnis, solides Verständnis und wahre Weisheit bestimmen das Handeln, das Ausüben, das Tun. In gewissem Sinne ist also auch das folgende Studium der Sprüche das Betreiben von Theologie, das Erforschen nach Gottes Wesen und Willen, das zum Ziel hat die Erkenntnis zu weiten, neu auszurichten, das Verständnis zu justieren und zu korrigieren.

Der Autor beginnt das Buch mit einer Zielsetzung, die sich folgendermaßen zusammenfassen lässt: das Erwerben von Weisheit und Erkenntnis. In dem Buch finden sich zahlreiche Aufrufe, die Weisheit zu suchen, Wahrheiten zu erkennen, am Beispiel zu lernen. Viele Dinge werden auch wiederholt, was eine Wahrheit verdeutlicht, die später die Römer in den Worten zusammenfassten: repetitio est mater studiorum (Wiederholung ist die Mutter des Lernens). Wir wollen es uns darum gefallen lassen, Dinge ebenfalls zu wiederholen, wenn wir den ersten großen Teil der Sprüche durchgehen, in dem die Verse noch zusammenhängende Texte ergeben (genau genommen bildet der erste Teil – 1,8-9,18 – eine Sammlung von dreizehn Lektionen über die Weisheit). Damit wird im ersten Teil die Grundlage für die weiteren Teile des Buches gelegt: Das erste Buch Salomos (10,1-22,16), das Buch der Weisen (22,17-24,22), Sprüche der Weisen (24,23-34), das zweite Buch Salomos (25,1-29,27), die Sprüche Agurs (30,1-33), die Worte Lemuels – Ratschläge einer Königsmutter (31,1-9) und zu guter Letzt das allseits bekannte Loblied über die tüchtige Frau (31,10-31).

Da diese sieben Teile der Sprüche vorwiegend zusammenhangslose Texte sind, möchten wir sie uns jeweils thematisch anschauen. Es sind ca. fünfzig Themenblöcke, die quer durch die Kapitel 10-31 zu finden sind. Um das Projekt etwas zu vereinfachen, teilen wir das Buch der Sprüche nur in zwei Teile: 1. Die Lektionen über die Weisheit und 2. Verschiedene Themen über die weise Lebensführung. Jeder dieser beiden Teile wird etwa ein Jahr lang betrachtet werden. Den ersten Teil behandeln wir fortlaufend, den zweiten Teil thematisch, bzw. interrogativ (z.B. “Was sagen uns die Sprüche über Integrität und Treue?” oder “Was lehren uns die Sprüche über Familie und Kindererziehung?”).

Dabei möchte ich versuchen, nicht allzu analytisch oder wissenschaftlich zu arbeiten, z.B. verzichte ich bei der Auslegung auf Textkritik, damit der Charakter einer Andacht erhalten bleibt. Außerdem gehe ich davon aus, dass die meisten meiner Leser mit mir in puncto göttliche Inspiration und Irrtumslosigkeit der Bibel übereinstimmen. Wenn dem nicht so sein sollte, empfehle ich folgendes wissenschaftliches Werk: Die Unfehlbarkeit der Bibel (James M. Boice).

Ich hoffe und bete, dass Gott sein Wort und die Auslegung desselben in Form dieser Andachtsreihe, das bewirken lässt, was auch Salomo schreibt: “[…] Um zu erkennen Weisheit und Zucht, um zu verstehen verständige Worte, um anzunehmen Zucht mit Einsicht, dazu Gerechtigkeit, Recht und Aufrichtigkeit, um Einfältigen Klugheit zu geben, dem jungen Mann Erkenntnis und Besonnenheit.” Betet ebenfalls für die Vorbereitung unserer Andachten. Es ist ein Dienst, der mit Verantwortung verbunden ist. Mögen wir doch nur schreiben, was wahr, was heilsam, was erbauend ist.