Andachten

Jesus – der sündlose Hohe Priester

„Denn ein solcher Hoher Priester geziemte sich auch für uns: heilig, sündlos, unbefleckt, abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel geworden, der nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohen Priester, zuerst für die eigenen Sünden Schlachtopfer darzubringen, dann für die des Volkes; denn dies hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst dargebracht hat.“ (Hebräer 7,26.27)

Nachdem wir nun, anlässlich der Adventszeit, einige Andachten aus dem Matthäusevangelium genauer betrachtet haben, möchte ich den Faden im Hebräerbrief wieder aufnehmen. In den letzten beiden Andachten vom 17. und 24. November sahen wir bereits einige Merkmale von Jesus Christus, die der Hebräerbriefschreiber den Lesern seines Briefes aufzeigt. Wir sahen Jesus, der größer und höher als Mose oder Engel ist und Jesus, als das fleischgewordene Wort Gottes.

In diesem siebten Kapitel zeigt der Autor des Briefes, dass das Priestertum Jesu über das levitische Priestertum erhaben ist. Unter anderem macht er es daran deutlich, indem er auf die Handlung am großen Versöhnungstag eingeht. Jeder der das Alte Testament liest stößt zwangsläufig auf das Prozedere der Opferungen an bestimmten Festen und im speziellen auch des großen Versöhnungstages. An jenem besagten Tag durfte nur ein, durch das Los bestimmter Priester mit dem Blut eines Stieres und eines Ziegenbockes in das Allerheiligste hinter den Vorhang eintreten, um für die Sünden des ganzen Volkes Sühnung zu erwirken.
Doch konnte dieser Priester nicht ohne weiteres in das Allerheiligste eintreten, da der Priester ein Mensch wie jeder andere und somit ein Sünder war. Der Priester wäre auf der Stelle gestorben, wenn er einfach so in die Gegenwart des heiligen Gottes getreten wäre. Deshalb war es für ihn überlebensnotwendig mehrere Waschungen durchzuführen und ganz besondere Kleider anzulegen. Doch das entscheidende Merkmal war die Notwendigkeit, erst für seine eigenen Sünden ein Opfer darbringen, bevor er auch für die Sünden des Volkes Gott ein Opfer darbringen konnte. Und dieses Vorgehen musste Jahr für Jahr wiederholt werden, um so dem Volk zu zeigen, dass Vergebung ihrer Schuld immer nur durch ein stellvertretendes Opfer erfolgen kann. Dabei konnte das Blut der Tiere keinen der Menschen erretten, es konnte lediglich die Sünden zudecken.

Jesus ist anders, denn er ist der Hohe Priester und das Opfer, das für die Schuld der Menschen dargebracht wird, in einer Person. Jesus ist ein heiliger und unschuldiger, von den Sündern abgesonderter Hohe Priester, der nicht durch das Gesetz, sondern durch Gottes Eid, als Hohe Priester eingesetzt wurde. Deshalb musste er auch kein Opfer für sich selber darbringen, sondern trat mit seinem reinen und heiligen Blut vor Gott den Vater, um uns eine ewige Errettung zu bewirken. Dieses Opfer muss nicht täglich oder jährlich wiederholt werden, weil es vollkommen ist.
Wie ermutigend ist es zu wissen, dass wir vollkommen errettet sind, weil Jesus nach seinem vollbrachten Werk auf Golgatha auferstanden ist und lebt. Jesus ist ein für alle Mal für unseres Sünden gestorben – dem ist nichts mehr hinzuzufügen!