Andachten

(2/8) – Glückselig die Trauernden

Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.
‭‭(Matthäus‬ ‭5,4‬)

Glückselig die Trauernden

Nun kommen wir zu einer Seligpreisung, deren Inhalt mich in der letzten Zeit sehr beschäftigt hat, denn in diesem kleinen Satz finden unsere Seelen Ruhe. Dieser Ausspruch Jesu ist wahre Seelsorge, göttliche Seelsorge. Wenn Jesus nämlich hier von Trost spricht, dann meint er wirklichen tiefen Trost.

Der Knackpunkt um diese Seligpreisung zu verstehen ist, dass wir wirklich verstehen müssen, was Jesus meint, was der Inhalt ist, der uns zur Trauer bringen soll.

Ich möchte an dieser Stelle die NeÜ zitieren.

Wie glücklich sind die, die Leid über Sünde tragen, denn Gott wird sie trösten!
‭‭Matthäus‬ ‭5,4‬ ‭

Der Grund, der in uns eine tiefe Trauer hervorrufen sollte, ist unser abgrundtief sündiger Zustand vor Gott. Wir Menschen sind seit der Sünde Adams in einem Zustand, der vollkommen und durch und durch böse ist. Wenn wir jedoch diesen Zustand durch Gottes Gnade erkennen dürfen, kommen wir zwangsläufig an den Punkt, indem wir tiefe Trauer empfinden. Wir empfinden Trauer über unseren Zustand und noch weiter, wir empfinden Trauer über unseren zukünftigen Zustand. Wir erkennen, dass wir auf Grund unseres Zustandes auf ewig verdammt werden. Wir erkennen, dass Gott, weil er gerecht ist, uns ewiglich unter Seinem Zorn lassen muss. Er wird uns von Ewigkeit zu Ewigkeit bestrafen, weil Er unseren Zustand so fürchterlich verabscheut.

Ist das nicht traurig?

Aber das Schöne ist, in Gott finden wir Trost! Gott will nicht, dass seine Gemeinde in diesem Zustand bleibt. Daher finden wir undenklichen Trost in dem Tod seines Sohnes. Wir dürfen daran glauben, dass Jesus für unseren Zustand gestorben ist und wir nun nicht mehr unter diesem furchtbaren Zorn Gottes stehen. Wir dürfen sogar Seine Kinder sein. Wir dürfen – und das ist das Wunderbarste – auf ewig mit Gott leben.

Ist das nicht unendlicher Trost?

Eine Frage noch zum Abschluss:
Müssen wir nur einmal über unseren Zustand trauern? Reicht es, wenn wir nur zu dem Zeitpunkt unserer Wiedergeburt tiefe Trauer über unseren Zustand empfinden?

Mitnichten!

Denn umso mehr wir im Glauben wachsen, umso mehr wir Gott besser kennen lernen, merken wir, wie sündig wir eigentlich wirklich sind. Es fallen uns immer mehr sündige Charakterzüge auf, die einen wieder traurig machen, weil wir Gottes moralischen Willen in so vielen Sachen nicht entsprechen.

Aber auch hier dürfen wir wieder Trost in Gott finden. Wir dürfen immer wieder aufs Neue in die Arme Gottes rennen und Ihn um Vergebung bitten und Er wird uns dann trösten. Er wird uns neuen Frieden schenken. Er wird uns Freude an Ihm schenken.

Je mehr wir erkennen wie schlecht wir eigentlich sind, desto größer wird der Trost, den wir in Gott finden.

Macht dich Sünde in deinem Leben noch traurig? Leidest du immer wieder unter deinem Zustand? Wenn ja, dann komm vor den Thron unseres großen Gottes und finde bei ihm Trost.

Wenn du keine Trauer über deinen Zustand empfindest, dann solltest du dich fragen, ob du unseren großen Gott überhaupt kennst. Weißt du überhaupt über Seinen unendlichen Hass gegenüber der Sünde Bescheid?

Vielleicht kann der Grund deiner nicht vorhanden Trauer aber auch sein (was ich nicht hoffe), dass du gar kein Kind Gottes bist. Wenn dem so ist, dann möchte ich dir zurufen: Finde Trost in Gott! Flehe Ihn an, dass Er dich vor der ewigen Verdammnis bewahrt! Nur bei Gott gibt es wirklichen Trost! Jesus gab sein Leben dafür hin, Glaube daran!

Oh Gott, vielen Dank, dass wir in Dir wirklichen Trost finden dürfen!