Andachten

Mit dem Feind im Bett – ein Schandfleck inmitten der Gemeinde Gottes

In denselben Tagen ließen auch einige der Edlen von Juda viele Briefe an Tobija abgehen, und solche von Tobija kamen an sie. Denn es gab viele in Juda, die sich ihm mit einem Eid verbunden hatten,

Nehemia 6,17

Immer wieder, wenn ich mit Christen rede, höre ich Dinge wie „was soll daran schon schlecht sein“ oder „endlich mal ein anderer Ansatz“. Leider beziehen sich diese Aussagen sehr häufig auf bibelkritische Haltungen oder Ähnliches (Leugnung der Jungfrauengeburt, Ablehnung der Briefe des Paulus als Menschenwort usw. – um nur einige zu nennen). Wir sollten als Christen jegliche Strömung sehr genau am Wort Gottes prüfen, sonst kann es leicht sein, dass wir uns „den Feind ins Bett holen“.

Lernen wir am Beispiel der aus dem Exil zurückgekehrten Juden. Tobija war ein Feind der Juden. Er hasste Nehemia dafür, dass er das Wohl der Stadt Jerusalem und der Juden suchte. Doch einige aus dem Volk kamen offensichtlich ganz gut mit Tobija zurecht. Erschreckend ist, dass gerade die Edlen unter ihnen in regem Austausch mit Tobija standen. Sie hatten sich sogar durch einen Eid mit ihm verbunden. Bedenken wir, dass es sich hier um einen gottlosen Heiden handelte, der um jeden Preis verhindern wollte, dass die Mauer Jerusalems wieder aufgebaut wird! Doch es wird noch schlimmer:

Vordem aber hatte der Priester Eljaschib, der über die Zellen des Hauses unseres Gottes gesetzt war, ein Verwandter des Tobija, diesem eine große Zelle hergerichtet. Vordem hatte man dort die Speisopfer gelagert, den Weihrauch und die Geräte und den Zehnten vom Getreide, Most und Öl, also die Anteile für die Leviten […]

Nehemia 13,4

Nehemia hatte Jerusalem für eine längere Zeit verlassen. Bei seiner Rückkehr muss er feststellen, dass Tobija sich in einer großen Zelle im Tempel breit gemacht hatte. Dafür wurden Geräte des Heiligtums herausgeschafft sowie der Zehnte der Leviten. Die Leviten mussten von Dienst davonlaufen, jeder auf sein Feld, um leben zu können, weil die Gemeinde nicht mehr für Gottes Diener sorgte.

Gibt es vielleicht in deinem Leben eben solche Ansätze? Stehen wir nicht alle in der Gefahr, mit ungöttlichen Dingen zu liebäugeln? Hast du einen „Tobija“ in deinem Leben? Zunächst interessierst du dich nur für Dinge, die nicht mit dem Glauben vereinbar sind, doch du entschuldigst das. Dennoch gibst du dich entschlossen diesen Dingen hin, als wärst du mit einem Eid an sie gebunden. Wenn du nicht entschieden gegen alle heidnischen und bibelkritischen Einflüsse unter den Evangelikalen kämpfst, dann kann es sein, dass dein Leben in wenigen Jahren der oben beschriebenen Situation ähnelt: Jegliches geistliche Leben ist erloschen. Dienst für Gott? Fehlanzeige!

Nehemia macht uns vor, wie wir vorgehen sollten, wenn wir derartige Abirrungen in unserem Leben feststellen:

Als ich nun nach Jerusalem kam, bemerkte ich das Unrecht, das Eljaschib zugunsten von Tobija getan hatte, als er ihm eine Zelle in den Höfen des Hauses Gottes hergerichtet hatte. Das missfiel mir sehr, und ich warf alle Hausgeräte Tobijas aus der Zelle hinaus. Dann befahl ich, dass man die Zellen reinigen sollte, und brachte die Geräte des Hauses Gottes, das Speisopfer und den Weihrauch wieder hinein.

Nehemia 13,7-9

Radikal beseitigt Nehemia alles was Tobija gehört. Er nimmt einfach alles aus der Zelle und schmeißt es hinaus! Stellt euch die Situation vor! Viele werden sich darüber geärgert haben, doch ohne Nehemias reinigende Tat, wäre Israels geistliches Leben auch weiterhin brach gelegen. Es mag sein, dass du gegen den Strom der Evangelikalen Masse schwimmen musst, um ein echter Nachfolger Jesu zu sein. Doch was wäre die Alternative? Wem folgst du wenn du nicht Christus folgst?

Ich denke, dass es auch in meinem und deinem Leben Zeit wird, radikal mit unbiblischem und ungöttlichen Gedankengut aufzuräumen. Bitten wir Gott dabei um Gnade und erforschen wir sein Wort genau, damit wir wissen, wo wir bereits seine göttlichen Maßstäbe verletzt haben – wo vielleicht seit Jahren ein „Tobija“ in unserem Leben sitzt und sich immer weiter ausbreitet. Und wo du das feststellst, scheue dich nicht! Greif zu und wirf alles hinaus.