Andachten

Jesus ist treu

„Lasst uns das Bekenntnis der Hoffnung unwandelbar festhalten – denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat -,“ (Hebräer 10,23)

An den letzten beiden Freitagen haben wir gesehen, was Jesus als Hohepriester für uns getan hat, wie er sich selbst als Opfer Gott darbrachte und mit seinem eigene Blut in das Heiligtum trat, um uns eine ewige Erlösung und ein ewiges Erbe zu erwerben.
Wieso fordert der Hebräerbriefschreiber seine Leser jetzt dazu auf, an der Hoffnung, die wir nun als Erlöste haben und zu der wir uns bekennen, auch festzuhalten? Warum hält er es für nötig uns daran zu erinnern, dass Gott treu ist und das er, anders als wir es vielleicht von Menschen gewohnt sind, auch hält, was er zugesagt hat?
Die Situation, in denen sich die Christen jüdischer Herkunft befanden, war alles andere als einfach. Da sie Christen geworden waren, wurden sie sowohl von ihren Volksgenossen den Juden, als auch von den Ungläubigen verfolgt. Sie standen gewissermaßen zwischen den Fronten und bekamen von beiden Lagern Anfeindungen zu spüren. Der Autor des Briefes macht dieses später deutlich, als er von Schmähungen, viel Kampf und Bedrängnissen in den früheren Tagen berichtet, welche die Hebräer erduldeten. Vielleicht sah der Schreiber eine Gefahr darin, dass einige von ihnen diese wichtigen Grundlagen anzweifeln oder sogar verleugnen könnten.

Aber nicht nur die Christen damals standen in dieser Gefahr, sondern ich denke, dass auch wir davon nicht befreit sind Dinge, welche die Person Gottes betreffen und die wir einmal erkannt haben, wieder zu vergessen. Wir werden vielleicht nicht von anderen Menschen bedroht oder gewaltsam angegriffen, doch glaube ich, dass auch wir in unserem Leben hier auf Erden, nicht davor verschont werden durch manche Schwierigkeiten zu gehen. Ich kenne es aus meinem Leben, wenn Versuchungen oder schwierige Situationen auftreten und diese über Wochen und Monate, ja vielleicht sogar über Jahre anhalten, dass ich dann an der Liebe Gottes, an seinem perfekten Plan für mein Leben, an seiner Allmacht, Allwissenheit, … zu zweifeln beginne.
Wie aufmunternd sind dann diese Worte, die uns erinnern, dass Gott seine Versprechen, die er uns in seinem Wort gegeben hat ganz gewiss hält und dass wir auch durch die Versuchungen und durch die Zeiten der Trauer und Verzweiflung von Gott getragen werden!

Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Denn Ausharren habt ihr nötig, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung davontragt. (Hebräer 10,35.36)