Andachten

So predigt man nicht!

„Weissagt nicht!“, weissagen sie. In der Art weissagt man nicht! Die Schmach wird uns nicht erreichen.

Micha 2,6

Wie wir oben stehendem Vers entnehmen können, gab es zu allen Zeiten Leute, die es nicht leiden mochten, das Wort Gottes zu hören. Schon gar nicht, wenn die Botschaft nicht gefiel. Auch zu Michas Zeit war dies so. Micha musste dem Volk Israel seine Untreue gegenüber Gott aufzeigen. Da Gott heilig ist und er Sünde hasst und bestrafen muss, folgte auf Israels Untreue Gottes Gericht.

Die Tatsache eines heiligen und gerechten Gottes, der SÜNDER und nicht nur die SÜNDE richtet, ist etwas, dass die Menschen in unserem Land und leider auch bis in unsere Kreise hinein nicht mehr ertragen. Doch wie wird reagiert, stößt man dennoch auf eine solche Botschaft? Richtig, es wird versucht den Redner mundtot zu machen. Hierfür sind alle Mittel recht: Verleumdung, üble Nachrede, Gesetzlichkeitsvorwürfe, die Meinung, es sei sowieso nur alles bildlich zu verstehen, so ist der Gott an den ich glaube nicht und so weiter.

Wie war es zu Michas Zeit? Israel besorgte sich einfach Propheten, die trotz ihrer Sünde genau das sagten, was sie wünschten: Die Schmach wird uns nicht erreichen. Wir sind alle geliebte Kinder Gottes. Hört auf mit der Schwarzmalerei! In der Art weissagt man nicht, predige so etwas nicht! Kennen wir solche Zustände. Ich denke, wir kennen sie nur zu gut, nicht zuletzt von den Kanzeln diverser Freikirchen. Doch sind wir damit nicht schon dem Relativismus dieser Zeit verfallen? „Wenn mir etwas nicht gefällt, darf und kann es nicht wahr sein!“

Ein Gott der gerecht richtend und heilig ist. Ein Gott der Sünder zurecht in der Hölle für ihre Rebellion richtet, „von diesem Gott haben wir uns verabschiedet, seit der Mensch sich fortentwickelt hat.“ Wie töricht. Unsere Gesellschaft wiederholt nur, was andere vor ihr getan haben und nennt dies dann Weiterentwicklung. Hat unser Evangelium darum keine Kraft mehr, weil es vielleicht kein Evangelium mehr ist? Richten wir uns neu auf Gottes Wort und Reden aus und lernen wir genau, was Gott uns in seinem Wort mitteilt, denn wie schon zu Michas Zeiten gilt auch für uns:

„Man hat dir mitgeteilt, Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu gehen mit deinem Gott?“

Micha 6,8

Uns ist mitgeteilt, was gut ist. In der ganzen Bibel teilt uns Gott mit, was gut ist, in Abgrenzung zu dem, was schlecht ist. Doch der Mensch kann Gottes Rechtsforderungen nicht erfüllen, entgegen der Beteuerung der Evangelikalen unserer Zeit, weil er von Grund auf verdorben ist! Doch was sag ich? So etwas sagt man nicht!

Haben wir uns bereits auch Lehrer nach unseren Ohren gemacht? Und wenn dies der Fall ist, sind wir dann bereit, die Bequemlichkeit einer falschen Illusion über uns selbst aufzugeben und in Gottes Licht zu treten, damit er uns sagen kann, was man sagt und was nicht? Damit er uns sagen kann was bleibt und was zählt? Damit er uns zeigt wie es um uns wirklich steht? Möge dies unser Gebet zu Gott sein.