Andachten

Denn wir haben hier keine bleibende Stadt…

„Deshalb lasst uns zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen! Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebräer 13,13.14)

Diese zwei Verse am Ende des Hebräerbriefs haben den Christen damals und auch uns heute deutlich aufgezeigt, dass wir als Kinder Gottes hier auf Erden kein Zuhause haben, sonder nur auf der Durchreise sind. Der Schreiber des Hebräerbriefs fordert uns nun auf, dem Beispiel der Glaubenshelden aus Kapitel 11 und insbesondere dem des Herrn Jesus zu folgen, die sich stets bewusst waren, dass sie nur Gäste auf Erden sind.
Und sofort drängt sich uns die Frage auf, ob wir noch auf der Suche nach dieser zukünftigen Stadt sind oder ob wir uns mit unseren Lebensumständen so gut angefreundet haben, dass wir gar keine Sehnsucht mehr nach dieser Stadt verspüren?

Wenn du schon mal etwas wirklich gesucht hast, kannst du gut nachvollziehen, was sich in deinem Kopf abspielt. Deine Gedanken drehen sich nur noch um diesen Gegenstand, deine ganze Aufmerksamkeit gilt nur diesem Objekt und es gibt nichts, mit dem du dich eher zufriedengibst, weil es so ähnlich zu sein scheint wie das, was du wirklich suchst. Deine Prioritäten verschieben sich, sodass du deine Zeit, dein Geld, deine Kraft und Fähigkeiten einzig und allein dafür einsetzt, um zu bekommen, was du suchst. Dir ist es egal was andere über dich denken oder ob sie über dich schlecht reden und ob sie finden, dass der Einsatz deiner Mittel in keiner Relation zu dem stehen, was du dafür bekommst. Vielleicht schütteln andere Menschen, die dich beobachten den Kopf und können nicht verstehen, wie du auf dieses und jenes verzichten kannst, nur um das Eine zu erhalten. Ist unser Leben von so einer Haltung geprägt oder geben wir uns mit billigen Alternativen der Welt zufrieden, weil es uns leichter fällt den Weg des geringsten Widerstands zu gehen?

Vielleicht ging es den Christen damals auch so und speziell den Juden, die an Jesus Christus gläubig geworden waren, dass sie von ihren Familienmitglieder verlacht und aus den Synagogen und somit auch aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurden. Sie zählten zu den Verachteten der Gesellschaft und hatten offensichtlich darunter zu leiden. Doch der Hebräerbriefschreiber schließt seinen Brief mit der Aufforderung an diese Christen, trotzdem an diesem Jesus festzuhalten, der ja selbst von den Menschen verachtet, verspottet und verhöhnt wurde. Doch unser Herr und Heiland erduldete das Kreuz und achtete die Schande für nichts, weil er die vor ihm liegende Freude vor Augen hatte. Und nun sitzt er zur Rechten des Thrones Gottes – welch ein Trost.
So sollen auch wir im übertragenen Sinn zu Jesus Christus hinausgehen, außerhalb des Lagers, wo er für uns starb, um seine Schmach zu tragen. Auch wenn wir verlacht werden, wenn wir komisch angeschaut und vielleicht eines Tages auch deshalb verfolgt werden sollten, so sollen wir dennoch zu Christus stehen und ihn vor den Menschen bekennen. Ich bete, dass wir auch heute und über diesen Tag hinaus, stets diese Stadt vor Augen haben, die zwar zukünftig und deshalb noch nicht sichtbar ist aber alle Ehre, Ruhm, Reichtum oder Anerkennung der Welt um ein Vielfaches übersteigt!