Andachten

Gottes freier Wille in der Errettung

Ich will ihre Abtrünnigkeit heilen, will sie aus freiem Antrieb lieben. Denn mein Zorn hat sich von ihm abgewandt. Hosea 14,5

Wenn wir die Geschichte Israels im Alten Testament betrachten, so ist die Geschichte des Volkes eine stetige Abwärtsspirale. Von den Urvätern an über die Zeit in Ägypten, die Zeit der Richter und Könige – mit wenigen Höhepunkten unter bestimmten Anführern – bewegte sich Israel immer mehr von Gott weg. Die geschichtlichen Bücher des AT, sowie vor allem die verschiedenen Prophetenbücher geben uns einen tiefen Einblick in die große Sünde und ständige Abtrünnigkeit Israels und Judas.

Ständig war Israel seinem Gott untreu. Gab Gott dennoch Gnade wurde Israel stolz und schrieb jeglichen Erfolg sich selbst und der eigenen Kraft zu. Strafte er, so hörte Israel doch nicht auf Gott. Der Herr sagt über Israel sogar:

Schriebe ich ihm zehntausendfach meine Gesetze auf, wie Fremdes würden sie geachtet. Hosea 8,12

Israel beachtete Gottes Gebote als wären sie etwas völlig Unbekanntes. Das Gesetz in sich hat auch nicht die Kraft, den Menschen zum Halten der Gebote Gottes zu bewegen. Dennoch ist Israel nicht zu entschuldigen für die ständige Abkehr von Gott. Gottes Zorn kam über Israel und sowohl das Nordreich, als auch das Südreich Juda mussten in die Gefangenschaft gehen und wurden aus dem verheißenen Land vertrieben. Doch selbst diese Strafe beseitigte den Götzendienst der Israeliten nicht (nachzulesen z.B. in Jeremia 42-44: Götzendienst der geflohenen Juden in Ägypten).

Ist Gott nun am Ende mit seiner Geduld? Sind ihm die Mittel ausgegangen? Verfehlt er das Ziel der Schaffung einer wunderbaren Erlösung für sein Volk? Niemals! David, Mose und mehrere andere Propheten sprechen im Verlauf des AT immer deutlicher von einem neuen, einseitigen Bund Gottes (anders als der Sinaibund, der an das Verhalten der Menschen geknüpft war und den Fluch brachte). Was beinhaltet dieser Gnadenbund Gottes, der allein von Gottes Treue abhängt?

Wie in Hesekiel 36 und in unserem heutigen Vers, entscheidet sich Gott aus freiem Antrieb, Israels Abtrünnigkeit zu heilen, es aus freiem Antrieb zu lieben und seinen Zorn von ihm abzuwenden. Er gibt Israel ein neues Herz und bewirkt, dass es von nun an in seinen Geboten lebt. Wie wunderbar ist doch der freie Wille Gottes in der Errettung der Seinen! Wie dankbar müssen wir sein, dass Gott diesen Gnadenbund bereits bei Abraham auf alle Nationen ausweitete! Wir sind Nutznießer des freien Willens Gottes in der Errettung des Menschen.

Wie froh ich bin, dass Gott mich nicht meinem Willen überlassen hat (denn auch ich hätte Gottes Gebote auf ewig für etwas mir völlig Fremdes geachtet), sondern mich mit „Seilen der Liebe“ (Hosea 11,4) zu sich gezogen und mich gerettet hat. Er hat meinen sündigen, geknechteten, abtrünnigen und widerstrebenden Willen durch die Offenbarung seiner freien Liebe in Jesus Christus überwunden und mich zu seinem Kind gemacht. Gibt es eine wunderbarere Wahrheit als das? Ihm sei alle Ehre für sein Werk der Errettung!