Andachten

Die Ankunft des Herrn ist nahe

„Habt nun Geduld, Brüder, bis zur Ankunft des Herrn! Siehe, der Bauer wartet auf die köstliche Frucht der Erde und hat Geduld ihretwegen, bis sie den Früh- und Spätregen empfange. Habt auch ihr Geduld, stärkt eure Herzen! Denn die Ankunft des Herrn ist nahe gekommen.“ (Jakobus 5,7.8)

Hier im Jakobusbrief finden wir so eine ähnliche Situation vor, wie wir sie bereits im Hebräerbrief hatten. Jakobus schreibt diesen Brief an die Juden, die an Christus als ihren Erretter glaubten aber in der Zerstreuung lebten, die durch mancherlei Anfechtungen gehen mussten und die mit vielen Problemen zu kämpfen hatten. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie von Heiden, wie auch von Juden bedrängt wurden, ähnlich wie Paulus auf seinen Missionsreisen und genau deshalb spricht Jakobus diese tröstenden Worte zu ihnen. Sie sollten nicht auf ihre Umstände schauen, sondern die Wiederkunft des Herrn im Blick haben. Jakobus fordert die Christen auf, geduldig zu sein, standhaft auszuhalten und gebraucht dazu zwei Beispiele um dieses zu verdeutlichen.

Zum einen gebraucht er das Bild eines Landwirts, der geduldig auf die Ernte wartet und nicht am Tag nach der Aussaat schon die Ernte einfahren will. Dieser Landwirt weiß nicht genau, wann der Tag kommen wird, an dem er ernten kann, doch er weiß gewiss, dass dieser Tag kommen wird. Also wartet er geduldig auf diesen Tag und bereitet sich darauf vor, dass er an dem Tag, wenn die Frucht reif ist, ernten kann. So geht es auch uns, die wir auf die Wiederkunft des Herrn warten. Wir wissen nicht wann dieser Tag sein wird, ob heute, morgen oder erst in mehreren Jahren, wenn uns Christus zu sich holt aber wir dürfen voller Zuversicht darauf vertrauen, dass es so sein wird, weil er es verheißen hat.

Zum anderen führt Jakobus in den darauffolgenden Versen den Hiob als Beispiel an, der für jeden von uns so ein großes Vorbild ist, was diese Geduld und das standhafte Ausharren im Leid angeht. Hier zeigt uns Gott eine schöne Eigenschaft von sich, nämlich dass er voller Mitleid und Erbarmen ist. Diese Eigenschaften Gottes lassen Hiob schon hier auf Erden eine Belohnung für sein standhaftes Ausharren sehen, denn wir wissen, dass Gott ihn am Ende mehr segnete, als am Anfang seines Lebens. Natürlich kann kein Segen hier auf Erden mit denen mithalten, die im Himmel auf uns warten, doch finde ich es schön zu sehen, dass es Gott nicht egal ist, wie es seinen Kindern geht, sondern dass er sich um sie kümmert.
Auch heute haben wir die Möglichkeit die Schwierigkeiten unseres Lebens, ganz gleich welcher Art sie seien, Gott hinzulegen und im Vertrauen auf seine Barmherzigkeit, wie ein Hiob geduldig auf Gottes Handeln zu warten. Rechnen wir noch mit der Wiederkunft des Herrn in unseren Tagen oder denken wir, dass dieses Ereignis in ferner Zukunft liegt? Wenn Jakobus vor ca. 2000 Jahren geschrieben hat, dass die Ankunft des Herrn nahe gekommen ist, sollten wir dann heute nicht umso mehr damit rechnen?