Andachten

Der Mensch perfektioniert das Böse

Denn sie sind alle Ehebrecher, eine Bande von Treulosen. Sie spannen ihre Zunge als ihren Bogen, im Lügen und nicht in der Wahrheit sind sie stark im Land. Denn sie schreiten fort von Bosheit zu Bosheit, mich aber erkennen sie nicht, spricht der HERR. Hütet euch, ein jeder vor seinem Freund, und setzt auf keinen Bruder Vertrauen! Denn jeder Bruder treibt Hinterlist, und jeder Freund geht als Verleumder umher. Und sie betrügen einer den andern, Wahrheit reden sie nicht. Sie lehren ihre Zunge, Lügen zu reden, sie mühen sich ab, böse zu handeln.

Jeremia 9,1b – 4

Erneut werfen wir heute einen Blick auf den Charakter und die Wesensart des Menschen ohne Gott. Obige Verse sagte Gott über sein Volk Israel. Schauen wir in unsere Gesellschaft, ja auch in unser eigenes Leben hinein, erkennen wir, dass das, was damals auf die Israeliten zutraf auch auf uns zutrifft. Niemand kann behaupten, dass er den Israeliten von damals etwas voraus hat. Im natürlichen Menschen finden sich die gleichen Dinge, die im Volk Israel zu Jeremias Zeiten üblich waren. Schauen wir uns genauer an, was Gott über die Menschen sagt.

Die Menschen sind seit jeher (bzw. seit dem Sündenfall):

– Ehebrecher

– eine treulose Bande

– sie Lügen und sagen nicht die Wahrheit

– sie begehen eine Bosheit nach der anderen

– sie erkennen Gott nicht

– sie sind sogar gegenüber Freund und Bruder hinterlistig und verleumderisch

– sie betrügen einander durch Lüge

– sie perfektionieren das Lügen (lehren ihre Zunge)

– sie bemühen sich, böse zu handeln

Kommt uns dies aus unserem alltäglichen Leben nicht bekannt vor? Wir sind ständig konfrontiert mit Lügen und Betrug, mit Bösem und fehlender Gotteserkenntnis – ja, wir sind selbst oft Teil der „treulosen Bande“. Selbst uns nahestehende Menschen hintergeht man in unserer Welt um des eigenen Vorteils willen. Hierbei perfektionieren wir sogar das Böse, das wir tun, Lügen „wie gedruckt“ und bemühen uns regelrecht, das Böse zu tun, wenn wir meinen es bringt uns Vorteile.

Welche Liste von Abartigkeiten bekommt der sündige Mensch zusammen! Angesichts der schrecklichen Klarheit der Bibel ist es für mich vollkommen unverständlich, wenn auch in bibeltreuen Gemeinden die Ansicht vorherrscht, im Menschen sei nach dem Sündenfall Gutes zurückgeblieben, mit Hilfe dessen er Gutes im Sinne Gottes vollbringen kann. Hierbei helfe ihm Selbstdisziplin und der eigene (freie) Wille. Die Bibel kennt keinerlei gerechte Werke sündiger Menschen. Die Schrift selbst bestätigt uns sowohl im Alten als auch im Neuen Testament:

Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig ist, da ist keiner, der Gott sucht. Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner der Gutes tut, da ist auch nicht einer!

Röm 3,10-12 und Ps 14,3

Nun, wir haben offensichtlich keinen Grund, auf unser eigenes Wesen stolz zu sein. Vielmehr verabscheut jeder Christ seinen früheren Lebenswandel ohne Gott in immer stärkerem Maße. Platz für Ruhm oder Verweisen auf eigene Leistung oder das Gute, dass trotz der innewohnenden Sünde in uns gewesen sein soll, dafür gibt es im Christenleben keinen Platz.

Was sollen uns die heutigen Verse lehren? Zunächst sollen sie uns erinnern, woher wir kommen! Jeder von uns hatte Anteil an der völligen Verdorbenheit der menschlichen Natur ohne Gott. Doch dann sollten wir uns auch den Aufruf des Apostels Petrus zu Herzen nehmen, der uns im vierten Kapitel seines ersten Briefes auffordert:

Denn die vergangene Zeit ist uns genug, den Willen der Nationen vollbracht zu haben, als ihr wandeltet in Ausschweifungen, Begierden, […].

1. Pt 4,3

Bedenke, woher du kommst, doch bedenke auch, dass Christus dich freigemacht hat, damit du nicht mehr so lebst, wie es dem Willen deiner verdorbenen Natur entspricht – nein, du sollst für Gott leben. Früher verachtetest du Gottes Wort, doch nun, wo du frei bist Christus zu gehorchen, tue es von ganzem Herzen! Nur so bist du ein treuer und demütiger Knecht, der sich bewusst ist, woraus er und wozu er gerettet wurde – allein zu Gottes Ehre!