Andachten

Psalm 130 (4/8)

Letzte Woche haben wir uns die Frage des Psalmisten angeschaut: „Wenn du, o HERR, Sünden anrechnest – HERR, wer kann bestehen?“ (Ps 130,3).

Heute wollen wir uns den Ausweg aus diesem Dilemma ansehen. Die Lösung wird von Gott selbst bereitgestellt:

Doch bei dir ist Vergebung, damit du gefürchtet werdest. (Ps 130,4)

Bei Gott ist die Vergebung. Er selbst, der eigentlich zwingend unsere Sünden anrechnen müsste, vergibt. Wir lesen beispielsweise in 2. Mose 34 davon. Dort lässt der HERR seine ganze Herrlichkeit vor Mose vorüberziehen und ruft: „Der HERR, der HERR, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue; der Tausenden Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt„. (2. Mo 34,6-7)

Oder auch in Micha 7,18: „Wer ist ein Gott wie du, der die Sünde vergibt und dem Überrest seines Erbteils die Übertretung erlässt, der seinen Zorn nicht allezeit festhält, sondern Lust an der Gnade hat?“ Gott vergibt tatsächlich. Diese Nachricht sollte uns immer wieder in Anbetung Staunen und große Verwunderung versetzen. Sie sollte uns erfrischen, beleben und neu motivieren nicht mehr zu sündigen. Gott vergibt, hält nicht allezeit an seinem Zorn fest, sondern hat Lust an Gnade. Und wir können niemals so viel sündigen, dass Seine Gnade irgendwann erschöpft wäre oder seine Bereitschaft, zu vergeben, aufhören würde.

Es ist allerdings nicht so, dass Gott vergibt, als wäre nichts gewesen. Heutzutage hört man manchmal derartigen Unrat: „Ach weißt du, Gott ist Liebe; er vergibt einfach weil er gnädig ist und dich mag“ so als hätten wir nie gesündigt. „Da muss doch kein Preis gezahlt werden, Gott steht einfach drüber“. Jener Wortschwall entspringt direkt dem Rachen der alten Schlange. Nichts ist weiter entfernt von der Wahrheit als das. Das spiegelt eine derart niedrige Sicht von Gott wider und damit auch eine niedrige Sicht von Sünde.

Gott beschreibt selbst, wie und wie allein er vergeben kann, ohne selbst ungerecht zu sein, oder seinem Wesen zuwider zu handeln: „Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist.“ (Römer 3,25-26).

Gott vergibt nicht einfach so. Seine Errettung ist auch nicht bedingungslos. Was wirklich bedingungslos ist ist Gottes Erwählung. Aber niemals seine Errettung oder Vergebung. Die Bedingungen dafür sind derart hoch, dass es uns schaudern sollte: Unsere Errettung erfordert einen unglaublich hohen Preis; es erfordert Blut; es erfordert das Leben von dem unschuldigen Jesus.

Das sind die Bedingungen für unsere Vergebung. Und diese hat der HERR selbst vollbracht und zwar völlig. Deshalb kann der Psalmist davon sprechen, dass bei dem HERRN die Vergebung ist. Und so dürfen wir angenommen sein bei Gott und ihn dafür ewig feiern, weil er so eine wunderbare Erlösung vollbracht hat durch sein Blut (Eph 1,7).

Nächste Woche möchten wir nochmals bei diesem Vers verharren und uns anschauen zu was so eine großartige Vergebung führen soll.