Andachten

Psalm 130 (5/8)

Doch bei dir ist Vergebung, damit du gefürchtet werdest. (Psalm 130,4)

Letzte Woche durften wir darüber staunen, dass Gott wirklich vergibt. Er müsste uns eigentlich die Sünden anrechnen, aber er tut es nicht. Er hat Lust an Gnade (2. Mo 34,7). Durch Seine geniale Vergebung dürfen wir uns sicher sein, dass wir vor Gott angenommen sind. Wir müssen dann nicht mehr ängstlich warten, bis wir besser geworden sind, damit Gott uns annimmt, sondern Christus hat alles am Kreuz vollbracht. Satan und unser Gewissen kann uns dann auch nicht mehr anklagen, denn das Blut des Lammes allein genügt!

Der Punkt ist mir noch wichtig auszuführen, bevor wir zum Grund der Vergebung kommen. Jesus kam um Sünder zu retten und keine Gerechten. Er kam nicht, damit er Meschen hilft zu gerechten Leuten zu werden, damit sie gerechtfertigt werden können; sondern Jesus kam um Menschen zu Gerechten zu machen, die dann aus einer überschwänglichen Dankbarkeit ihm gegenüber ein heiliges, gerechtes Leben führen wollen.

Diese großartige Vergebung hat dann auch Folgen: „damit du gefürchtet werdest“ (Ps 130,4). Vielleicht mag sich der ein oder andere wundern, warum hier nicht steht, „damit du geliebt werdest“. Sollten wir Gott nicht mehr als alles andere lieben, nachdem er uns vergeben hat? Und warum soll ich mich denn wieder fürchten, nachdem mir vergeben wurde? Ich dachte gerade das nimmt mir die Furcht?

Nun, an dieser Stelle ist es wichtig eine Unterscheidung bei dem Wort fürchten vorzunehmen. Es gibt eine sündhafte Furcht und eine heilige Furcht. Die sündhafte Furcht ist eine ängstliche Furcht vor der Strafe und dem Gericht Gottes wegen der eigenen Sünde. Sie erkennt, dass Gott einen schlimm bestrafen muss, weil man selbst unwürdig ist.

Die heilige Furcht nun, fürchtet Gott an sich, weil er gnädig und ein guter Vater ist. Sie fürchtet die Sünde und nicht die Strafe davor, weil sie Gott verletzt und das einen in Trauer versetzt. Ein kleines Kind, das seinen Vater liebt, weil dieser so gut zu ihm ist und nur das Beste für es will, möchte alles meiden, was seinem Vater missfallen könnte, einfach weil es eine große Hochachtung vor ihm hat und ihn liebt.

Die sündhafte Furcht fürchtet Strafe, die heilige Furcht fürchtet, gegen Gott zu sündigen, weil dieser so unglaublich gnädig war.

Die Bibel selbst macht diesen Unterschied. In 2. Mose 20,20 lesen wir: „Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, um euch zu prüfen, und damit die Furcht vor ihm euch vor Augen sei, damit ihr nicht sündigt!“

Diese heilige Furcht ist in diesem Vers aus Psalm 130 gemeint und hat zur Folge, dass man Gott unbedingt dienen möchte, dass man ihn lieben und ihn ehren möchte. Sie entspringt aus Gottes wunderbarer Vergebung.

Gott hat dir vergeben. Diene ihm, liebe und ehre ihn dafür!