Andachten

Jesus – Die Hoffnung in uns

„Seid aber jederzeit bereit zur Verantwortung jedem gegenüber, der Rechenschaft von euch über die Hoffnung in euch fordert, aber mit Sanftmut und Ehrerbietung!“ (1.Petrus 3,15.16a)

Was für ein herausfordernder Aufruf des Petrus an alle Gläubigen zu jeder Zeit. Zwei Fragen hat der Text beim Lesen in mir aufgeworfen, die wir nun etwas genauer betrachten wollen.
Die Frage, die ich mir zuerst gestellt habe war, ob die Menschen, denen ich im Alltag begegne überhaupt diese Hoffnung bei mir sehen? Können sie erkennen, dass ich etwas habe, was sie nicht besitzen oder verhalte ich mich in bestimmten Situationen genauso, wie die Menschen, die diese Hoffnung eben nicht haben? Wurdest du schon mal von den Menschen in deinem Umfeld gefragt, warum du z.B. in einer Situation der tiefen Trauer, wie bei einer schweren Krankheit oder Tod, nicht verzweifelt bist oder in einer Situation, in der dich dein Chef ungerecht behandelt hat, du trotzdem nicht auf dein Recht bestanden hast? Sind die Früchte des Geistes Gottes, wie Liebe, Freude, Friede, Freundlichkeit,.. in deinem Leben überhaupt sichtbar, dass du deshalb zur Rede gestellt werden könntest?

Ich bin überzeugt, dass das Leben jedes Kindes Gottes eine Veränderung erfährt, auch wenn das nicht bei allen gleich schnell geschieht. Doch damit nicht genug, denn wir sehen hier, wie Petrus noch einen Schritt weitergeht und uns nun klar macht, dass wir als Gläubige der Welt um uns herum Rede und Antwort stehen sollen. Egal wie gut oder schlecht es dir geht, egal was für Umstände in deinem Leben herrschen und egal ob du nun Lust darauf hast oder nicht, du bist verpflichtet den Menschen, die über deinen Glauben etwas wissen wollen, zu antworten und somit auf Christus, die Hoffnung in uns, hinzuweisen. Dabei spielt es keine Rolle, wer diese Person ist, ob du sie nun leiden kannst oder nicht, ob du denkst, dass das sowieso nichts bringt, weil derjenige ein „richtig schlimmer“ Sünder ist oder wie gut du die Person kennst. Das finde ich persönlich sehr herausfordernd, weil ich mich da sehr schwer tue. Schon bei den Menschen, die ich vielleicht aus der Schule oder der Arbeit noch ein bisschen besser kenne und erst Recht bei irgendjemanden, den ich überhaupt nicht kenne.

Petrus knüpft diese Aufforderung aber weder an eine Bedingung, noch lässt er Interpretationsspielraum für Ausreden zu. Doch auch bei dieser, für den einen vielleicht eine größere Herausforderung als für den anderen, dürfen wir uns vertrauensvoll an Gott wenden, um uns von ihm Kraft und Mut zu erbeten. Auch Paulus bezeugt uns in Römer 1,16, dass er sich des Evangeliums nicht schämt, da es Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden ist. Es ist naiv anzunehmen, dass wir nie in einer solchen Gefahr stehen würden, uns des Evangeliums zu schämen und vielleicht schließt Petrus gerade deshalb dieses Kapitel mit dem Vers 22 ab, mit dem er unseren Blick auf Jesus lenkt:

Der (Jesus) ist zur Rechten Gottes, nachdem er in den Himmel gegangen ist, und Engel und Mächte und Kräfte sind im unterworfen.

Lasst uns auch diesen Tag nutzen, um den Menschen in unserem Umfeld von diesem großen Herrn, dem alles unterworfen ist und Heiland in unserem Leben Zeugnis zu geben.