Andachten

Habgierige Christen beschmutzen Gottes Namen

Und ich sagte: Nicht gut ist die Sache, die ihr da tut! Solltet ihr nicht in der Furcht unseres Gottes leben, um dem Hohn der Nationen, unserer Feinde, zu entgehen?

Nehemia 5,9

Was war geschehen, dass Nehemia seine eigenen Volksgenossen so hart angehen musste? Der Großteil der aus dem babylonischen Exil zurückgekehrten Juden war nicht sehr reich. Zudem mussten hohe Abgaben an den jeweiligen Statthalter des persischen Königs entrichtet werden. (Von Nehemia wissen wir, dass er auf diesen „Statthalterlohn“ verzichtete, um das Volk, das an Jerusalems Mauern baute, nicht zusätzlich zu belasten (5,18)). Zu allem übel kam eine Hungersnot zur damaligen Zeit hinzu (5,3).

Nun gab es einige wohlhabende Juden, die nun die Notsituation ihrer Volksgenossen ausnutzten. Die ärmeren Leute verpfändeten ihre Häuser und Felder an die reicheren Juden, um in der Hungersnot Getreide zum Leben kaufen und die Steuern bezahlen zu können. Einige Juden gingen sogar so weit, von den Armen zu verlangen, ihre Söhne und Töchter als Sklaven an sie zu verkaufen. Hierbei wurden einige der Töchter sogar von den eigenen Volksgenossen erniedrigt. Welch ein schrecklicher Zustand unter den Israeliten, dem Volk Gottes – welche herzlose Habgier! Durch verschiedene Erlasse der babylonischen und persischen Könige, kannte jeder im Reich den einen Gott der Juden (Nebukadnezar, Darius und Kyrus z.B.).

Zwangsläufig mussten diese Zustände zu großem Spott über Israel durch die umliegenden Nationen führen. Das Volk mit dem großen und schrecklichen Gott, der den Weltherrscher Nebukadnezar demütigte, der Kyrus befahl, die Juden zurückzuschicken. Dieses Volk verhält sich abscheulich und schlimmer als die meisten Völker des persischen Königreichs. Die eigenen Brüder werden als Sklaven verkauft, die Töchter des eigenen Volkes inmitten der Gemeinschaft geschändet! Welche Schande für den Namen Gottes!

Zurecht gerät Nehemia in großen Zorn und tadelt seine Volksgenossen für diese Zustände. Da keine Gottesfurcht unter den Israeliten geübt wird, ist der Name Gottes dem Spott der Nationen preisgegeben. Doch wer Gottes Namen entehrte, musste zu allen Zeiten mit schrecklichem Gericht vonseiten Gottes rechnen.

Wir sehen also: Habgier ist eine schreckliche Sünde, die katastrophale Auswirkungen auf das Leben des Volkes Gottes hat. Der Name Gottes, der auch über dem Leben der Christen ausgerufen ist, wird auf diese weise sehr entehrt und beschmutzt. Die Völker verspotten die Christen, die sich „gegenüber ihresgleichen schlimmer verhalten als die Heiden“. Dies sollte auf keinen Fall so sein unter uns!

Freigebigkeit ist ein schönes Kennzeichen eines durch Gott umgestalteten Lebens, während Habgier in der Bibel als Götzendienst dargestellt wird! In unseren Gemeinden sind Habgier und Geiz allerdings häufig gern geduldete Dauergäste. Prüfen wir doch heute unsere Herzen, damit Gottes Name nicht durch unser Leben entehrt wird und bedenken wir, welche Ehre der lebensverändernden Kraft unseres Gottes durch ein gehorsames und freigebiges Kind Gottes gebracht wird.