Andachten

Warum Deismus noch nie ein gutes Ende nahm

In jener Zeit wird es geschehen, dass ich Jerusalem mit Leuchten durchsuche und die Männer heimsuche, […] die in ihrem Herzen sagen: Der Herr wirkt nichts Gutes und wirkt nichts Böses.

Zefanja 1,12

Auch wenn der Deismus vor allem zur Zeit der Aufklärung eine Hochzeit erreichte und noch viele Leute heutzutage an eine „unpersönlichen Gott“ glauben, der eventuell die Welt erschaffen hat, so ist Deismus doch keine Erfindung der Aufklärung. Einige Aufklärer, die sich damit rühmten, „zu vernünftig für Religion“ zu sein, akzeptierten zwar einen wie auch immer ausgestalteten Gott als Schöpfer, lehnten jedoch konsequent sein Eingreifen in diese Welt und jegliche Offenbarung durch ihn ab. Für Deisten gibt es keinen persönlichen Gott (viele Menschen heutzutage glauben ähnlich, ohne sich dessen bewusst zu sein).

Bereits hunderte Jahre vor Christus, zur Zeit des Propheten Zefanja gab es Menschen, die behaupteten, dass Gott weder Gutes noch Schlechtes wirke. Jede Gerichtsankündigung durch die Propheten Gottes wurde mit Achselzucken, einem wissenden Lächeln abgelehnt oder ganz einfach ignoriert. Die Menschen damals wie heute dachten, sie seien „oberschlau“. Wenn Gott nicht sofort eingreift, dann meinen sie, dass es ihn entweder nicht gäbe, oder er kümmere sich nicht um die Geschehnisse auf der Welt.

Nur weil Gott angesichts des bösen Treibens der Menschen nicht sofort handelt, heißt das nicht, dass er immer schweigen und nicht eingreifen wird. Er selbst sagt:

Das (d.i. verschiedenes Böses) hast du getan, und ich schwieg; du dachtest, ich sei ganz wie du. Ich werde dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen.

Ps 50,21

Es ist ausgesprochen töricht von Menschen zu denken, weil Gottes Antwort nicht immer sofort kommt, wirke er weder Gutes noch Böses. Beide genannten Verse kündigen eine Heimsuchung bzw. Zurechtweisung Gottes an. Gott wird Menschen mit diesem Gottesbild richten. In dem Abschnitt nach dem heutigen Leitvers wird beschrieben, wie es diesen Menschen am Tag des Herrn ergehen wird, wenn Gott aufsteht um alle Gottlosen zu richten.

Auch wenn die Aufklärer vermutlich stolz auf ihre „(Un-)Vernunft“ waren, so ist Deismus definitiv nicht ihre Erfindung gewesen. Es gab wohl schon zu fast allen Zeiten Menschen, die sich zu derselben Torheit haben hinreißen lassen. Diese Menschen leben sehr gefährlich. Gott selbst hat ein Problem mit dieser starken Verleumdung seines Charakters und Handelns. Deismus nahm noch nie ein gutes Ende.

Noch ein Nachtrag für uns als Gläubige. Gott ist sicherlich auch nicht begeistert, wenn wir mit unserem Leben und unseren Worten ausdrücken, dass wir ebenfalls nicht an ein Wirken seinerseits glauben. Mehrfach in der Bibel veranlasste Gott diese Einstellung zu Gericht (so z.B. in Hes 33,33), damit die Menschen sein Handeln wirklich erkennen. Fordern wir unseren Gott nicht heraus. Sollte unserem Gott irgendetwas zu schwer sein, dass er es nicht tun könnte? Oder sollte dem, der jedes Haar auf unserem Haupt gezählt hat, eine noch so unbedeutende Sache zu klein zum Eingreifen sein?