Andachten

Psalm 130 (8/8)

Ja, er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden. (Psalm 130,8)

Letztes Mal sahen wir, dass es bei Jesus Christus überfließende Gnade gibt. Der Psalmist predigt darüber, weil er die Erfahrung der Vergebung gemacht hat und begeistert davon ist. Dieser letzte Vers ist die letzte Aussage dieses Psalmes. Sie spiegelt eine unglaubliche Zuversicht aus, dass der HERR dem seinem ganzen Volk gnädig sein wird. Das Vertrauen gilt nicht dem Volk an sich, weil sie so gerecht wären oder so liebevoll und immer nur taten, was Gott wohlgefällig war – vielmehr war das Gegenteil der Fall. Aber das ganze Vertrauen des Psalmisten wird auf den HERRN gesetzt. Er vergibt und der einzige Grund dafür ist seine Gnade (V. 4). Nichts anderes als diese große Gnade haben wir nötig.

Und es ist doch so, dass diese Verheißung genauso dem Volk Gottes des Neuen Bundes gilt. Der HERR wird uns Gläubigen alle unsere Übertretungen vergeben. Das ist wunderbar! Jemand, der Krebs hatte, geheilt wurde und dann seine Bluttests macht wird als erstes die Frage stellen: „Haben sie alles gekriegt?“ Und so ist das auch für uns die wichtigste Frage in unserem Leben: Hat Jesus alle unsere Sünden „gekriegt“? Hat er für alles bezahlt? Ist kein Rest mehr da? Und diese Antwort ist ein feierliches Ja! Er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden. „Und was ihm den Weg ins Heiligtum öffnete, war nicht das Blut von Böcken und Kälbern, sondern sein eigenes Blut. Ein einziges Mal ist er hineingegangen, und die Erlösung, die er bewirkt hat, gilt für immer und ewig.“ (Hebr 9,12). Darauf können wir uns verlassen.

 

Ich möchte zusammenfassen, was wir in den letzten Wochen an Schätzen in diesem Psalm entdeckt haben. Dieser Psalm beschrieb, wie der Psalmist sich in einer elenden Tiefe befindet. Aus dieser Tiefe schreit er zum HERRN. Wer sonst wäre die richtige Ansprechperson in so einer Lage? Dass er zum HERRN schreit, darum ging es im ersten Punkt (Vers 1-2).

Im nächsten Punkt entdeckten wir, wie der Psalmist denkt (3-4). Er stellt die Frage: Wer kann vor Gott bestehen, wenn dieser Sünden anrechnen würde? Auch für uns ist es die wichtigste Frage in unserem Leben: Können wir vor Gott bestehen? Und wenn ja wie? In Vers 4 beschrieb der Psalmist, dass bei dem HERRN selbst die Vergebung ist. Er selbst stellt durch seinen Sohn Jesus Christus unsere Erlösung bereit. Die natürliche Folge dieser großartigen Vergebung ist, dass wir den Herrn fürchten. Aber nicht vor seiner Strafe, sondern weil Er unfassbar groß und gnädig ist, sollten wir staunend vor ihm niederfallen und IHN fürchten.

In den nächsten beiden Versen sahen wir, wie der Psalmist wartet. Das war ein hoffnungsvolles Warten. Ein Warten, das sicher ist, dass Gott eingreifen wird und einen wieder aus der Tiefe herausziehen wird. Auch wenn das manchmal mühsam sein kann, so lange zu harren, so lohnt es sich immer, denn: der Morgen wird kommen! Darauf ist Verlass.

Und dann sahen wir schließlich, wie der Psalmist über seine Heilserfahrung predigte (7-8). Er kann diese wunderbaren Wahrheiten, dass Gott gnädig ist und vergibt, nicht einfach für sich behalten. Jesus Christus ist gekommen, um Sünder zu retten und sie von allen ihren Sünden zu erlösen. Wie wunderbar.

Amen.