Andachten

Gnade nach dem Schreien

Da schrien sie zum HERRN in ihrer Not, und er errettete sie aus ihren Ängsten. (…) Sie sollen dem HERRN danken für seine Gnade und für seine Wunder an den Menschenkindern (Ps 107,6.8)

Die Verse, die du eben gelesen hast dienen als Refrain in einem atemberaubenden Psalm über Gottes wunderbare Rettung. Vier mal kommt genau dieser Refrain darin vor und zwar in den Versen 6 und 8, 13 und 15, 19 und 21 und schließlich 28 und 31.

In den Versen 4-32 gibt der Psalmist uns 4 Bilder der Erlösung und bei jedem Bild kommt einmal dieser Refrain vor. Der Psalm ist also durchaus kunstvoll gestaltet weil er eine so großartige Erlösung beschreiben möchte. Auch wenn die Bilder in erster Linie die Rettung Israels durch Gott wiedergeben, so lassen sie sich genauso gut auf unser Leben übertragen. Ziel dieser Andacht soll es sein, an diesem Morgen deine Begeisterung für Gottes Erlösung zu steigern, sodass du dankbar in diesen Tag starten kannst.

In den Versen 4-9 finden wir das erste Bild. Es beschreibt die Rettung des Volkes Israel aus der Wüste. Dort muss eine unausstehliche Hitze geherrscht, der Durst muss stellenweise rasend gemacht haben und die lange Zeit, die das Volk dort verbringen musste muss jeden Trost genommen haben. Wie das Volk Israel befanden auch wir uns in einer grausamen Wüste. Ohne Gott in der Welt hatten wir doch nichts als löchrige Zisternen, die kein Wasser halten (Jer 2,13), mit denen wir versuchten unseren Durst zu stillen. Doch Jesus Christus ist das lebendige Wasser (Joh 4,14; 7,37-39). Wenn wir Ihn haben, so brauchen wir keinen Durst mehr zu fürchten und wir befinden uns nicht mehr in einer Wüste, sondern an grünen Auen und stillen Wassern (Ps 23,2).

In den Versen 10-16 beschreiben die tiefe Finsternis, die auf dem Volk lastete und aus der der HERR sie errettete. Auch wir befanden uns ohne Christus in der dunkelsten Nacht der Sünde. Ohne jedes Licht gingen wir ausweglos unseren Weg, geleitet von unserem finsteren Herzen, schnurstracks den Weg ins Verderben. Doch dann ließ Gott es Licht werden in unseren Herzen und erleuchtete uns mit der Erkenntnis Christi (2. Kor 4,6), sodass wir nun nicht mehr in der Finsternis wandeln müssen. Wir dürfen auf dem Weg, der himmelan führt, wandeln.

Eine weitere Not, aus der der HERR sein Volk Israel und auch uns errettete ist die Krankheit (16-22). Der Psalm beschreibt das riesen Elend, welches das Volk hatte: sie verabscheuten alle Nahrung und sie gelangten bis an die Pforten des Todes (Vers 18). Aber auch davon errettete der HERR sein Volk und somit auch uns. Er heilte uns.

Das letzte Bild gibt Gottes wunderbare Rettung aus dem Sturm wieder. Wir befanden uns wie diese in dem Psalm beschriebenen selbstsicheren Seeleute ebenfalls auf einem Meer und konnten uns niemals aus dem Sturm der Sünde befreien. Ohne Gottes eingreifendes Reden „Schweig, sei still!“ (s. Mt 8,24ff) wäre dieser Sturm unser Ende gewesen. Doch dank Gottes Gnade, schrien auch wir zum HERRN in unserer Not und Er errettete uns aus unseren Ängsten.

Was soll unsere Antwort auf diese großartige Rettung sein? Sie sollen dem HERRN danken für seine Gnade und für seine Wunder an den Menschenkindern.

Amen.