Andachten

Liebt nicht die Welt!

„Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Begierde; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“ (1.Johannes 2,15-17)

Wieso schreibt Johannes diese Verse direkt nach dem Lob, dass er den Kindern, Vätern und Jünglingen im Glauben spendet? Zuerst sagt er ihnen, dass sie den kennen, der von Anfang an ist, dass sie den Vater kennen und den Bösen überwunden haben. Man könnte meinen, dass die angesprochenen Christen nur so vor geistlicher Kraft strotzen und das ihnen die Versuchungen der Welt scheinbar nichts anhaben können. Und dennoch sieht sich Johannes in der Pflicht, die Christen damals und auch uns heute vor genau dieser Welt mit ihren Begierden zu warnen.

Ja, fast im selben Atemzug, in dem er den Christen dieses schöne Zeugnis ausstellt, fordert er sie auf, wachsam zu sein, denn Johannes kannte die Verlockungen dieser Welt. Er war sich bewusst, dass jeder Christ, bevor er von Gott gerettet wurde, seine ganze Energie darauf verwendet, um seine Begierden zu befriedigen. Führten wir nicht alle so ein Leben, in dem wir uns willig unseren Begierden hingaben. Doch Gott sei Dank, wurden wir von ihm aus diesem verlorenen Zustand heraus gerettet, sodass wir nun nicht mehr Sklaven der Sünde sind. Trotzdem werden wir als Kinder Gottes das Fleisch bis zu unserem Tod nie los, deshalb sind auch wir nicht von diesen Versuchungen befreit. Und wer kennt sie nicht, die Begierde, die in einem hochkommt, wenn man Dinge sieht, die man meint auch unbedingt haben zu müssen? Oder die Begierde des Fleisches, für die es ein Leichtes ist, sich im Internet auszutoben? Wer kennt nicht das Begehren, von Menschen anerkannt und geachtet zu werden? Jeden Tag spüren wir die Anziehungskraft, die diese Dinge leider immer noch auf uns haben und so oft geben wir ihnen nach, obwohl wir genau wissen, dass unser Verhalten dem Willen Gottes entgegensteht. Doch Johannes möchte uns helfen und zeigt uns eine andere Perspektive auf, von der aus betrachtet die Welt, mit ihrem Glanz und ihren vermeintlichen Vorzügen, verblasst: Die Perspektive der Ewigkeit!

Und dies ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben. (V. 25)

Ja, die Welt kann uns kurzfristige Freude schenken und vielleicht auch für einen Moment unsere Lust befriedigen, doch hat das alles keinen bleibenden Charakter. Die Welt vergeht und wir können es auch bei uns feststellen, dass die Freude und die „Erfüllung“, die die Welt einem bieten kann, morgen schon wieder verflogen ist.
Wenn wir Kinder Gottes sind, dann haben wir das unglaubliche Vorrecht, schon hier auf Erden den Willen Gottes zu tun. Lasst uns Gott um Weisheit bitten, damit wir seinen Willen erkennen, wenn wir in seinem Wort danach forschen und die Kraft ihn dann auch umzusetzen. Mögen wir nie vergessen, dass wir nur Fremdlinge und Pilger auf dieser Welt sind, die einmal bei Gott in seiner Herrlichkeit für immer leben dürfen.