Andachten

Du gibst Gottes Geld aus

Denn wer bin ich, und was ist mein Volk, dass wir imstande waren, auf solche Weise freigebig zu sein? Denn von dir kommt alles, und aus deiner Hand haben wir dir gegeben.
1. Chronik 29,14

Dieser Vers ist Teil des letzten Gebets Davids, dass uns die Chroniken der Könige von Israel schildern. Er enthält eine tiefgründige Wahrheit, die wir uns anschauen möchten, nachdem wir den Kontext umrissen haben.

David, der Mann nach dem Herzen Gottes, hatte den Wunsch, Gott ein Haus zu bauen. Gott jedoch versagte David diesen Wunsch, weil er als Mann der Kriege viel Blut vergossen hatte (1 Chr 28,3). David ließ sich davon nicht entmutigen und fing auch nicht an zu schmollen, wie wir es nur zu gut von Leuten kennen, die (auch auf geistlichem Gebiet) nicht bekommen was sie wollen. Nicht so David. Er blieb nicht untätig, sondern fing an, eine große Menge an Gold, Silber, Erz, Eisen, Holz, Steine usw. für den Tempelbau herbeizuschaffen. Sein Eifer für Gottes Haus steckte auch die Obersten des Volkes an. Sie gaben ebenfalls große Mengen an Rohstoffen mit ungeteiltem Herzen, worüber sich das Volk und der König David sehr freuten (29,9).

In unserer heutigen Evangelikalen Welt hätten die großen Kirchen wohl einen „Gottesdienst“ gefeiert, der eigentlich nur der Selbstbeweihräucherung dienen würde. „Gott muss ganz schön zufrieden mit uns sein.“ Doch David reagiert ganz anders.

Für ihn ist das was gerade geschehen ist ein Wunder. Er muss demütig und beschämt anerkennen, dass Menschen von sich aus kaum zu einer Freigebigkeit mit ungeteiltem Herzen in der Lage sind (jedenfalls nicht für den Herrn, wie es Vers 9 sagt). Dies animiert David dazu, seinen souveränen Herrscher (Gott) zu preisen, der alle Macht hat und von dem alles kommt. Dann erklärt David demütig im Gebet die Tatsachen des heutigen Verses:

  • Alle Gaben kommen von Gott und gehören ihm
  • Freigebigkeit kommt von Gott
  • Wir sind es nicht einmal wert, Gott etwas zu geben, was ihm sowieso schon gehört,

weshalb es eine große Gnade ist, dass Gott Menschen beschenkt, damit sie ihm freiwillig das Geschenkte zurückgeben. Ihr hartes Herz wäre von sich aus nicht in der Lage dazu, Gott muss es erst in seiner Gnade verändern. Gott war weder David noch dem Volk Israel etwas schuldig, was David mit den Worten „Wer bin ich, und was ist mein Volk, …“ ausdrückt.

Bedenken wir, dass auch wir nichts besitzen, was wir nicht direkt von Gott erhalten haben. Das bedeutet, dass alles was du besitzt, eigentlich Gott gehört. Gott hat dir seinen Besitz anvertraut, damit du ihn mit ungeteiltem Herzen und mit aller Kraft für sein Reich einsetzt. Obwohl dies schon allein seine Gnade ist, belohnt er dich sogar dafür, wenn du dies als das einzig richtige tust. Ist das nicht ein wunderbarer Gott?

Gott, dem alles gehört und der alles von dir fordern könnte, beschenkt dich, damit du ihm die Dinge wieder zurückgeben kannst (was gleichzeitig zeigt, wie sehr Gott an Dingen interessiert ist, die wir ihm von uns aus bringen könnten – nämlich gar nicht). Wir haben den herrlichsten Gott, den du dir vorstellen kannst. Darum denke daran – es ist Gottes Geld, das du ausgibst. Wähle weise, wofür du es verwendest.