Andachten

Jesu Worte am Kreuz – Fürbitte (1/7)

„Vater vergib‘ ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun. (Lk 23,34)

Der bekannte Autor Mark Twain schrieb einst:
Ein Mann der etwas auf sich hält, sollte seine letzten Worte beizeiten auf einen Zettel schreiben und dazu die Meinung seiner Freunde einholen. Er sollte sich damit keinesfalls erst in der letzten Stunde befassen und darauf vertrauen, dass eine geistvolle Eingebung ihn just dann in die Lage versetzt, etwas Brillantes von sich zu geben und mit Größe in die Ewigkeit einzugehen.

Diese Aussage mag auf viele letzte Worte der Menschheitsgeschichte zutreffen. Einige angeblich große Männer erwiesen sich am Ende ihres Lebens als deprimierte Gestalten oder gar als Karikaturen ihrer selbst. Nachfolgend einige gesicherte Kostproben hiervon:

Da Vinci: Ich habe Gott und die Menschen beleidigt, denn meine Werke haben nicht die Qualität erreicht, die sie hätten haben können.
Picasso: Die Malerei muss erst noch erfunden werden.
Churchill: Welch ein Narr bin ich gewesen!
Goethe: Mehr Licht!
Jean-Paul Satre: Ich bin gescheitert.
Kaiser Augustus: Klatscht Beifall, denn die Komödie ist beendet.

Die letzten Worte unseres Heilandes und Erlösers Jesus Christus jedoch sind von einer völlig anderen Qualität, ja, sie sind schlichtweg je eine Predigt voller Aussagekraft und Macht! Es sind sieben Perlen, die zwischen 9-15 Uhr mittags die Welt erschütterten.

Als Jesus um Vergebung schrie, hatte er bereits etliche physische und seelische Torturen hinter sich. Das Kreuz wurde soeben aufgerichtet und banges Leiden steht ihm nun bevor. Doch was macht unser Herr nun? Er denkt an die Verbrecher, obwohl er genug mit sich selbst und seinen Qualen zu tun gehabt hätte!
An wen denkt der Herr denn speziell?
An die Soldaten, die ihm die Schmerzen zufügten?
An die Schriftgelehrten, die ihn aus Eifersucht anklagten?
An Pilatus, der zu feige war, seine Gedanken öffentlich auszusprechen?
An die gröhlende Menge, die das Spektakel beklatschten?

Jesus bittet für sie alle, weil sie blind für ihre Schuld und die Tragweite sind!

Doch eine Gruppe fehlt noch für die Jesus bittet: Das sind wir!
Jesu Bitte am Kreuz zu seinem Vater reicht bis hin zu uns. Wir waren auch blind und konnten nicht sehen (Röm 3,10-12). Der Herr bittet hier im Hinblick für diejenigen, welche sich mit den bestialischen Handlungen identifizieren: Für diejenigen die wissen, dass Jesus für sie hier hängt und schreit: Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht was sie tun.
Identifizierst du dich mit den Übeltätern rundum die Kreuzigung?
Die Pharisäer klagten Jesus ans Kreuz, Pilatus verurteilte ihn ans Kreuz, die Soldaten nagelten ihn ans Kreuz, die Menschenmenge beschimpfte ihn am Kreuz – doch wir brachten ihn ans Kreuz!
Deswegen sind wir auch am Kreuzestod Jesu mitschuldig, weswegen Christus für uns betete! Jesaja schrieb hierzu: Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. (Jes 53,5)

Der geniale Künstler Rembrandt wusste dies selbst nur zu gut. In seinem Gemälde „Kreuzesaufrichtung“ malte er sich selbst hinein, während Jesus angenagelt wurde.

Der irischstämmige Filmregisseur Mel Gibson wusste dies ebenfalls und hielt in seinem Film „Die Passion Christi“ selbst den Nagel fest, als dieser dem Jesusdarsteller Jim Caviezel eingeschlagen wurde.
Sie bekannten beide: Ich bin mitschuldig am Leiden und Sterben des Herrn!

Sei dir spätestens bei Jesu letzten Worten bewusst, dass auch Du Ihn ans Kreuz brachtest und Er hier für dich zum Vater schreit: Vergib ihnen!