Andachten

Jesu Worte am Kreuz – Fürsorge (3/7)

„Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger, den er liebte, dabeistehen, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich.“ (Joh 19,26-27)

Der Herr Jesus leidet gegenwärtig entsetzliche Qualen. Die Kreuzigung galt nicht umsonst als die grausamste Hinrichtungsmethode überhaupt. Deswegen wurde seitens der Römer auch nur entflohene Sklaven und Rebellen auf diese Weise hingerichtet.

Doch an wen richten sich Jesu Gedanken in diesen Augenblicken? Er denkt an seine Mutter und er denkt an seinen Jünger und Cousin Johannes!
Unser Herr hätte allerhand mit sich selbst und seinen Leiden zu tun gehabt, doch er widmet sich am Kreuze hängend den zu Hinterbleibenden.

Jesus macht hier zwei Menschen füreinander verantwortlich. Es ist ihm nicht egal, was mit den Hinterbliebenen nun sein wird. Erst spricht er zu seiner Mutter und befielt sie Johannes an, dann wendet er sich Johannes zu und gibt seine Mutter in dessen Obhut. Jesu irdischer Vater Josef ist womöglich schon tot, (er wird nicht mehr erwähnt) und kann somit wirtschaftlich nicht mehr für Maria aufkommen. Seine vier leiblichen Halbbrüder glauben noch nicht an ihn und sind somit keine geistliche Stütze für seine Mutter.
Was erkennen wir im Leiden Jesu hier? Er erteilt den Pharisäern und Schriftgelehrten eine herbe Lektion! In Markus 7,11 lesen wir nämlich von einem schäbigen Trick, den die „geistliche Elite“ gerne anwandte:
Kamen beisoielsweise die Eltern zu Besuch, so war es üblich, dass man ihnen eine kleine Gabe zusteckte. Es gab kein Rentensystem zur damaligen Zeit und somit war die Existenz der älteren Menschen gefährdet. Jedoch hatten nicht alle Pharisäer Interesse daran, ihre Eltern zu versorgen, da sie gern auf ihrem Geld sitzen blieben. Doch keine Angst, sie waren hierin sehr erfinderich, nahezu aufs widerlichste kreativ!
Sie sagten einfach Korban und schon war das Geld Gott gewidmet. Sie konnten somit ihr Erspartes ihren Eltern nicht überreichen und diese gingen dann leer aus. Welch schäbige Art!
Jesus ist ganz anders. Er, der nicht mal hatte, wo er sein Haupt hinlegen sollte (Mt 8,20), fühlt sich dennoch verantworlich für seine Liebsten. er tritt nicht nur als Retter für den Himmel auf, sondern auch als praktischer Helfer für die irdischen Belangen.

Doch auch eine weitere, tiefe, geistliche Wahrheit erkennen wir in Jesu Handeln:
Unter dem Kreuz werden wahre Familien geknüpft!
Die altbekannte Aussage „Blut ist dicker als Wasser“ bekommt hier ihren Todesstoß! Bereits lange vor der Kreuzigung sagte Jesus bereits: Wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. (Mk 3,35)

So ist nur unser Herr! In bangen Todesqualen führt er Menschen zusammen und schafft neue Verantwortlichkeiten. Diese Art der Familienzusammenführung gibt es nur unter dem Kreuz.
Bist du auch schon zu dieser Familie zugefügt worden?