Andachten

Esra – Ankündigung und Durchführung des Gerichtes an Israel

„Und im ersten Jahr des Kyrus, des Königs von Persien, erweckte der Herr, damit das Wort des Herrn aus dem Mund Jeremias erfüllt würde, den Geist des Kyrus, des Königs von Persien, dass er durch sein ganzes Reich einen Ruf ergehen ließ, und zwar auch schriftlich: So spricht Kyrus, der König von Persien: Alle Königreiche der Erde hat der Herr, der Gott des Himmels, mir gegeben. Nun hat er selbst mir den Auftrag gegeben, ihm in Jerusalem, das in Juda ist, ein Haus zu bauen.“ (Esra 1,1.2)

In den kommenden Wochen werden wir, anhand des Buches Esra sehen, welche Schwierigkeiten und Herausforderungen im Dienst für Gott auftreten können. Wir werden sehen, welche Gegner von außen und wie auch Anfechtungen von innen unsere Arbeit im Reich Gottes behindern wollen. Uns wird auch vor Augen geführt, wie geduldete Sünde in unserem Leben nicht nur unsere Beziehung zu Gott angreift, sondern für die ganze Gemeinde von Bedeutung ist. Doch vor allem werden wir immer wieder das gnädige Handeln unseres mächtigen und herrlichen Gottes bewundern können, wenn wir die Geschichte des Volkes Israel in diesem Buch der Bibel verfolgen. Ich hoffe und bete, dass wir alle durch das Betrachten dieses Buches gestärkt und ermutigt werden, den Dienst, den wir innerhalb der Gemeinde ausüben, mit Freude auch durch schwierige Zeiten hindurch zu tun.

Das Buch Esra knüpft nahtlos an das Buch 2.Chronik an, indem es uns in den ersten Versen fast eine wortwörtlich Wiedergabe der letzten beiden Verse aus 2.Chronik gibt. Im geschichtlichen Kontext betrachtet befinden wir uns im 70. Jahr nach der Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch den König Nebukadnezar und der Wegführung vieler Juden nach Babel aufgrund ihres gottlosen Lebens. Seid dem Auszug aus Ägypten bis zu Zedekia, dem letzten König in Juda, sehen wir, wie sich das Volk Israel gegen Gott, seine Gebote und Gesetzte auflehnt und gegen ihn sündigt. Doch Gott lässt sie nicht in ihrer rebellischen Haltung verharren, sondern sendet ihnen Propheten, die sie zur Umkehr und zum Gehorsam Gott gegenüber aufrufen. Doch die Geschichte zeigt, dass dem Reden dieser Propheten nur selten Gehör geschenkt wurde. Daraufhin bedrückt Gott das Volk Israel immer wieder durch äußere Feinde, indem er sie in ihre Hand gibt. Erst dann kehrte sich das Volk wieder zu Gott und er erbarmte sich über sie und errettete sie aus der Hand ihrer Feinde.
Dieses Schema lässt sich durch die Zeit der Richter und Könige hindurch beobachten, bis auch der Prophet Jeremia von Gott zu den Königen aus Juda mit der Aufforderung zur Umkehr gesandt wird. Doch der König und das ganze Volk hörten nicht auf das Reden Gottes, dass sie von ihren gottlosen Taten abließen und sich bekehrten, woraufhin Gott durch Jeremia folgende Botschaft verkünden lässt:

Darum, so spricht der Herr der Heerscharen: Weil ihr auf meine Worte nicht gehört habt, siehe, so sende ich hin und hole alle Geschlechter des Nordens, spricht der Herr, und zu meinem Knecht Nebukadnezar, dem König von Babel, und lasse sie über dieses Land kommen und über seine Bewohner und über all diese Nationen ringsum. Und ich vollstrecke an ihnen den Bann und mache sie zum Entsetzen, zum Gezisch und zu ewigen Trümmerstätten. […] Und dieses ganze Land wird wird zur Trümmerstätte, zur Wüste werden; und diese Nationen werden dem König von Babel dienen 70 Jahre lang. (Jer 25, 8.9.11)

Ja, Gott hält nicht nur seine segensreichen Verheißungen seinem Volk gegenüber ein, sondern führt auch seine angekündigten Gerichte durch. Diese Tatsache sollte uns bewusst machen, mit wem wir es hier zu tun haben, nämlich mit dem heiligen und gerechten Gott, der souverän über die Geschichte der Menschheit herrscht! Dieser Gott ist unser Vater geworden und das sollte uns jeden Tag neuen Mut schenken und eine tiefe Dankbarkeit in uns auslösen.